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Rund 19 Euro mehr kostet das Hin- und Rückflugticket für einen innerdeutschen Flug durch die Abgabe inklusive Mehrwertsteuer; wer innerhalb Europas fliegt, zahlt 8 Euro drauf. Inzwischen liegt die Bilanz für das erste Halbjahr vor. Die Abgabe hat 434 Millionen Euro eingebracht. Da viele Ferienflieger erst im zweiten Halbjahr starten, könnten unterm Strich am Jahresende 940 Millionen Euro stehen. Weil an deutschen Airports in den ersten sechs Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 8 Prozent mehr Passagiere in die Flieger stiegen, hält das Finanzministerium auch die Befürchtung für widerlegt, dass Fluggesellschaften Deutschland den Rücken kehren könnten.

Doch so einfach ist es nicht, denn der Vergleich mit dem Vorjahr hinkt: Im ersten Halbjahr 2010 fielen viele Flüge wegen der isländischen Vulkanasche aus. Und momentan zieht der Luftverkehr auch konjunkturbedingt stark an. Außerdem wachsen nur die großen Airports, während Regionalflughäfen stark verlieren, besonders, weil sie oft auf Billigflieger angewiesen sind. Bei diesen Airlines macht sich ein Aufschlag relativ betrachtet viel stärker im Ticketpreis bemerkbar. In Hahn beispielsweise – einer Basis für Ryanair – sank die Passagierzahl um 13 Prozent auf 1,4 Millionen, aber auch Köln-Bonn und Leipzig schrumpfen. Das grenznahe Maastricht in Holland konnte dagegen einen Passagierzuwachs von 70 Prozent verzeichnen.

15. September 2017

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Nach der Bundestagswahl will der Gläubigerausschuss entscheiden, an wen Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin nach ihrem Insolvenzantrag verkauft wird. Der Markt ist im Umbruch – dank der Liberalisierung des europäischen Luftverkehrs wird es aber wohl auch dann keine großen Preissprünge auf innerdeutschen Flügen geben, wenn die Lufthansa den Zuschlag bekommt. mehr auf iwd.de

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IW-Nachricht, 15. September 2017

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Am Freitagnachmittag endete die Bieterfrist für Übernahmeinteressenten der insolventen Airline Air Berlin. Angesichts der Situation der seit Jahren defizitären Fluggesellschaft und der Strukturen im Luftverkehr dürfte die Anzahl ernsthafter Interessenten überschaubar sein. Das sollte aber nicht zu weniger Wettbewerb am Himmel führen. mehr

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IW-Nachricht, 13. September 2017

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Die Krankmeldungen von Piloten bei der Fluggesellschaft Air Berlin setzen sich fort. Dadurch schaden sie nicht nur dem Unternehmen und unbeteiligten Kunden der Fluggesellschaft, sondern auch sich selbst. Denn für potenzielle künftige Arbeitgeber ist das ein fatales Signal. mehr