Lohnuntergrenzen Image
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Im Frisörhandwerk wird die tarifliche Lohnuntergrenze bis August 2015 schrittweise auf 8,50 Euro je Stunde ansteigen – da die Lohnkosten in diesem Gewerbe rund die Hälfte aller Kosten ausmachen und steigende Löhne auf die Kunden überwälzt werden müssen, wurde ein Stufenmodell vereinbart. Der bundesweite Tarifvertrag soll nun noch für allgemeinverbindlich erklärt werden, dann würde er auch für alle nicht tarifgebundenen Frisörsalons gelten.

Diesem Beispiel sollten andere Branchen folgen. Denn mit dem Entsendegesetz, der Allgemeinverbindlichkeit und dem Mindestarbeitsbedingungsgesetz stehen genügend Instrumente zur Verfügung, um auch im Niedriglohnbereich für eine angemessene Bezahlung zu sorgen. Ein gesetzlicher Mindestlohn missachtet hingegen branchenspezifische Besonderheiten und entbindet die Tarifparteien von ihrer Pflicht, selbst zu handeln. Damit schwächt er die Tarifautonomie, die über Jahrzehnte eine tragende Säule der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland war.

Ansprechpartner

Gewerkschaftsspiegel, 8. Juni 2017

Adam Giza Tarifbindung: Jeder Zweite bekommt TarifentgeltArrow

Zur Schätzung des Anteils tarifgebundener Arbeitnehmer in Deutschland wurde bisher auf das IAB-Betriebspanel und die Verdienststrukturerhebung zurückgegriffen. Mit dem Sozio-oekonomischen Panel steht nun eine dritte Datenbasis zur Verfügung. Danach wurde 2015 knapp jeder zweite Arbeitnehmer nach einem Tarifvertrag bezahlt. mehr

2. Juni 2017

Hagen Lesch Mindestlohn bringt Tarifbindung in GefahrArrow

Mit der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns 2015 sind in vielen Branchen die Tariflöhne verdrängt und die Lohnabstände zwischen gelernten und ungelernten Tätigkeiten verringert worden. Das könnte die Tarifbindung schwächen. mehr auf iwd.de

Besser ohne staatlichen Tarifzwang
Gastbeitrag, 29. Mai 2017

Hagen Lesch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Besser ohne staatlichen TarifzwangArrow

Die sinkende Tarifbindung in Deutschland hat zu einer breiten politischen Debatte geführt. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert die Politik zum Handeln auf. Ein Gastbeitrag von IW-Ökonom Hagen Lesch. mehr