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Rainer Brüderle Quelle: BASFPlantScience

Der Stahlabschluss mit einem Lohnplus von 3,6 Prozent wird als Vorbild für andere Branchen ins Gespräch gebracht. Spätestens bei den Tarifverhandlungen für den Öffentlichen Dienst wird den Regierenden Brüderles Forderung um die Ohren fliegen. Die deutsche Wirtschaft wächst wieder. Das ist Fakt. Fakt ist aber auch, dass das Vor-Krisen-Niveau erst im Laufe des nächsten Jahres erreicht wird. Derzeit gibt es nur einen begrenzten lohnpolitischen Verteilungsspielraum, weil in den vergangenen beiden Jahren die Löhne - tariflich wie effektiv – gestiegen sind, obwohl die Produktivität stagnierte (2008) oder gesunken ist (2009). Damit war die Lohnpolitik in der Krise expansiv.

Außerdem profitieren die Arbeitnehmer durchaus vom Aufschwung: Durch die niedrige Teuerung steigen auch die Reallöhne. Für das 2. Quartal 2010 hat das Statistische Bundesamt jüngst ein Plus von 2,3 Prozent errechnet. Dies und die Rückführung der Kurzarbeit lassen die Arbeitnehmer am Aufschwung teilhaben.

Der Tarifabschluss in der Stahlindustrie kann kein Pilot-Abschluss für die Gesamtwirtschaft sein. Während die Stahlnachfrage kräftig angezogen hat, müssen die öffentlichen Haushalte konsolidiert werden. Wenn Anfang nächsten Jahres im Öffentlichen Dienst verhandelt wird, dürfte ver.di den Länderfinanzministern die lohnpolitischen Empfehlungen des Wirtschaftsministers mit einem hämischen Lächeln präsentieren.

Gewerkschaften: Verankerung ausbauen
IW-Kurzbericht, 27. April 2017

Adam Giza / Hagen Lesch Gewerkschaften: Verankerung ausbauenArrow

Unter dem Motto „Wir sind viele. Wir sind eins.“ ruft der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) auch in diesem Jahr wieder dazu auf, am „Tag der Arbeit“ für mehr Gerechtigkeit zu demonstrieren. Die große Öffentlichkeitswirkung dieses Tags verdeckt, dass die Gewerkschaften in der Arbeitnehmerschaft nur noch schwach verankert sind und schwierige strukturelle Probleme lösen müssen. mehr

19. April 2017

Tarifkonflikte Konkurrierende Gewerkschaften: Wadenbeißer gegen PlatzhirscheArrow

Kleine Gewerkschaften wie die Piloten- und die Lokführerorganisationen ziehen oft auffallend konfliktfreudig in ihre Tarifverhandlungen. Besonders stark schaukeln sich Revierkämpfe mit den etablierten Branchengewerkschaften auf, wie eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt. mehr auf iwd.de

Schlichtung ist weiterhin nötig
IW-Nachricht, 20. März 2017

Tarifverhandlungen Berliner Flughäfen Vermitteln reicht nichtArrow

Nachdem die Tarifverhandlungen für das Bodenpersonal an den Berliner Flughäfen gescheitert sind, soll nun der ehemalige Berliner Innensenator Ehrhart Körting vermitteln. Dieser Schritt ist richtig, reicht aber nicht aus. Denn im Gegensatz zu einem Schlichter nimmt Körting als Mediator keinen inhaltlichen Einfluss auf die Verhandlungen. mehr