Rainer Brüderle Image
Rainer Brüderle Quelle: BASFPlantScience

Der Stahlabschluss mit einem Lohnplus von 3,6 Prozent wird als Vorbild für andere Branchen ins Gespräch gebracht. Spätestens bei den Tarifverhandlungen für den Öffentlichen Dienst wird den Regierenden Brüderles Forderung um die Ohren fliegen. Die deutsche Wirtschaft wächst wieder. Das ist Fakt. Fakt ist aber auch, dass das Vor-Krisen-Niveau erst im Laufe des nächsten Jahres erreicht wird. Derzeit gibt es nur einen begrenzten lohnpolitischen Verteilungsspielraum, weil in den vergangenen beiden Jahren die Löhne - tariflich wie effektiv – gestiegen sind, obwohl die Produktivität stagnierte (2008) oder gesunken ist (2009). Damit war die Lohnpolitik in der Krise expansiv.

Außerdem profitieren die Arbeitnehmer durchaus vom Aufschwung: Durch die niedrige Teuerung steigen auch die Reallöhne. Für das 2. Quartal 2010 hat das Statistische Bundesamt jüngst ein Plus von 2,3 Prozent errechnet. Dies und die Rückführung der Kurzarbeit lassen die Arbeitnehmer am Aufschwung teilhaben.

Der Tarifabschluss in der Stahlindustrie kann kein Pilot-Abschluss für die Gesamtwirtschaft sein. Während die Stahlnachfrage kräftig angezogen hat, müssen die öffentlichen Haushalte konsolidiert werden. Wenn Anfang nächsten Jahres im Öffentlichen Dienst verhandelt wird, dürfte ver.di den Länderfinanzministern die lohnpolitischen Empfehlungen des Wirtschaftsministers mit einem hämischen Lächeln präsentieren.

10. Oktober 2017

Hagen Lesch Reallöhne: Arbeitnehmer im PlusArrow

Dass sich Deutschlands gute Wirtschaftslage nicht in den Geldbeuteln der Arbeitnehmer niederschlage, ist ein oft zu hörender Vorwurf – insbesondere aus dem Gewerkschaftslager. Doch die Zeiten sinkender Reallöhne sind lange vorbei. mehr auf iwd.de

IW-Kurzbericht, 27. September 2017

Hagen Lesch Internationaler ArbeitskampfvergleichArrow

In einer globalisierten Wirtschaft bedrohen Streiks die Lieferpünktlichkeit und damit auch Kundenbeziehungen. Je weniger Arbeitstage durch Arbeitskämpfe verloren gehen, desto besser ist das für die Planungssicherheit der Unternehmen. Der Soziale Friede ist deshalb ein wichtiger Standortfaktor. Ein internationaler Arbeitskampfvergleich unter 22 OECD-Ländern für den Zeitraum 2007 bis 2016 zeigt, dass es um die Qualität der Arbeitsbeziehungen recht unterschiedlich bestellt ist. mehr

20. September 2017

Carsten Ruge Mehr Wirtschaft wagenArrow

Egal, welche Parteien nach der Bundestagswahl am 24. September die neue Regierung stellen, es wartet eine ganze Reihe Aufgaben auf sie. Die M+E-Industrie erhofft sich vor allem Maßnahmen, die den Wirtschaftsstandort Deutschland attraktiv halten. Dazu haben die Arbeitgeberverbände ein Positionspapier formuliert. mehr auf iwd.de