Lohnlücke von Frauen und Männern Image
Der Gender Pay Gap bleibt seit Jahren mehr oder weniger konstant. Foto: endopack iStock

Der Gender Pay Gap, also die durchschnittliche Entgeltlücke zwischen den Geschlechtern, hat sich von 21,6 Prozent im Jahr 2014 auf 21,3 Prozent im Jahr 2015 reduziert. Damit bleibt die Lohnlücke seit Jahren nahezu unverändert. Der kleine Rückgang im vergangenen Jahr könnte theoretisch mit dem 2015 eingeführten Mindestlohn zusammenhängen, wenn durch dessen Einführung mehr Frauen als Männer von einer Anhebung ihrer Löhne profitiert haben.

Allerdings dürfte die gesetzliche Lohnuntergrenze auch Folgen für die Beschäftigung im Niedriglohnbereich haben. Einen Hinweis darauf liefert die Entwicklung der Minijobs: So ist laut Bundesagentur für Arbeit im August 2015 die Zahl der Frauen in ausschließlich geringfügig entlohnten Beschäftigungsverhältnissen im Vergleich zum Vorjahr um knapp 5 Prozent gesunken, während die Zahl der Männer in diesen Jobs nur um etwa die Hälfte dessen abnahm. Wenn eine Geringverdienerin ihren Job verliert, verringert dies zwar ebenfalls die Lohnlücke, weil ihr Lohn dann nicht mehr in den Durchschnittslohn der Frauen bei der Berechnung des Gender Pay Gaps einfließt. Die wirtschaftliche Lage der Frauen hat sich dadurch aber nicht verbessert.

Ohnehin kann der Mindestlohn allenfalls die Symptome, nicht aber die Ursachen der Entlohnungsunterschiede angehen. Diese sind bekannt und liegen vor allem in den unterschiedlichen Merkmalen berufstätiger Frauen und Männer: Beispielsweise wählen Frauen andere Berufe als Männer und kümmern sich länger um die Erziehung ihrer Kinder. Verschiedene Studien zeigen, dass sich die Lohnlücke fast vollständig erklären lässt, wenn man diese und weitere Faktoren berücksichtigt.

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8. März 2017

Frauenquote Dieser Weg wird steinig und schwerArrow

Seit Januar 2016 müssen in Deutschland börsennotierte Unternehmen freie Aufsichtsratsposten mit Frauen besetzen, bis ihr Anteil in diesem Gremium 30 Prozent ausmacht. Darüber hinaus gilt für die Privatwirtschaft und den öffentlichen Dienst das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Männern und Frauen an Führungspositionen – mit dem Ziel der Geschlechterparität. In den vergangenen beiden Jahren haben es zwar mehr Frauen in Aufsichtsräte, Vorstände und Leitungsstellen geschafft, aber bis hier ein Gleichgewicht erreicht ist, dürften noch einige Jahrzehnte vergehen. mehr auf iwd.de

IW-Kurzbericht, 8. März 2017

Wido Geis Töchter arbeiten weniger im Haushalt mitArrow

Mädchen im Teenageralter verbringen heute weniger Zeit mit Hausarbeit als noch vor zehn Jahren. Lag der Anteil der 15- bis 17-Jährigen, die im Schnitt über 45 Minuten am Tag mithelfen, zu Beginn des neuen Jahrtausends bei 68,2 Prozent, so sind es heute nur noch 45,7 Prozent. Damit haben die geschlechterspezifischen Rollenunterschiede der Kinder in der Familie deutlich abgenommen. mehr

Arbeitszeitwünsche von Frauen und Männern
IW-Kurzbericht, 17. Januar 2017

Holger Schäfer / Jörg Schmidt Arbeitszeitwünsche von Frauen und MännernArrow

Frauen und Männer haben unterschiedliche Präferenzen hinsichtlich des Umfangs ihrer Arbeitszeit. Eine Auswertung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) verdeutlicht, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine zentrale Ursache für divergierende Arbeitszeitwünsche darstellt. Allerdings unterscheiden sich die Wunscharbeitszeiten auch bei Frauen und Männern ohne Betreuungspflichten noch deutlich. mehr