Lohnforderungen Image
Quelle: Fotolia

Die jahrelang schwache Lohnentwicklung hierzulande habe „zu den außenwirtschaftlichen Ungleichgewichten beigetragen, die nun die Euro-Zone in die Krise gebracht haben“. Diese Argumentation vernachlässigt, dass die deutsche Lohnzurückhaltung den starken Beschäftigungsaufbau seit 2006 unterstützt hat, der zu einer tragenden Säule der positiven Konsumentwicklung hierzulande geworden ist. In der Tat hat Deutschland seine relative Lohnstückkostenposition in den vergangenen zehn Jahren deutlich verbessert. Damit wurde die expansive Lohnpolitik in der ersten Hälfte der 1990er Jahre korrigiert und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Exportwirtschaft unterstützt.

Diese Strategie zahlt sich zweifach aus. Zum einen verfügt Deutschland über einen hohen Anteil an gut bezahlten Industriebeschäftigten – er liegt ein Viertel höher als in Frankreich bzw. doppelt so hoch wie in Großbritannien. Zum anderen lagen die Lohnzuwächse in der Metall- und Elektro-Industrie sowie in der Chemischen Industrie in der vergangenen Dekade deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt. Die Arbeitnehmer profitieren also von der Exportstärke dieser Branchen.

Die Lohnpolitik hat letztlich – entgegen mancherlei Behauptungen - auch nicht die Konsumentwicklung gebremst. Sie sorgte für mehr Beschäftigung und damit auch für eine höhere private Konsumnachfrage. Seit dem 1. Quartal 2010 trägt der Konsum zum BIP-Wachstum bei und ist damit zu einer tragenden Säule des Aufschwungs geworden.

Schlichtung ist weiterhin nötig
IW-Nachricht, 20. März 2017

Tarifverhandlungen Berliner Flughäfen Vermitteln reicht nichtArrow

Nachdem die Tarifverhandlungen für das Bodenpersonal an den Berliner Flughäfen gescheitert sind, soll nun der ehemalige Berliner Innensenator Ehrhart Körting vermitteln. Dieser Schritt ist richtig, reicht aber nicht aus. Denn im Gegensatz zu einem Schlichter nimmt Körting als Mediator keinen inhaltlichen Einfluss auf die Verhandlungen. mehr

IW-Gewerkschaftsspiegel, 3. März 2017

Verhandlungsmanagement Mehr Professionalität – weniger EskalationArrow

In einem Tarifkonflikt können durch gutes Verhandeln effiziente Lösungen gefunden werden, die das Arbeitskampfrisiko verringern. Dies verlangt aber eine Professionalisierung des Verhandlungsmanagements. mehr

IW-Gewerkschaftsspiegel, 3. März 2017

Mediation Lohnendes Investment Arrow

Eine Mediator verbessert den Verhandlungsprozess in Tarifverhandlungen. Dadurch können sich die Tarifparteien stärker auf die inhaltlichen Aspekte konzentrieren. So steigert eine Mediation die Einigungschancen. mehr