Die ökonomische Weisheit auf den Kopf gestellt Image
Quelle: Fotolia

Deutschland hat mehr als ein Jahrzehnt maßvoller Lohnabschlüsse und Arbeitsmarktreformen gebraucht, um seine lohnpolitischen Sünden vom Anfang der 1990er-Jahre auszugleichen. So wurden aus mehr als fünf Millionen Arbeitslosen weniger als drei, die deutsche Industrie ist international wettbewerbsfähig und der Industriebeschäftigtenanteil um das 1,2-fache höher als in Frankreich und um das 1,8-fache höher als im Vereinigten Königreich.

All das schafft und sichert Kaufkraft und stimuliert die Nachfrage – auch nach Gütern aus anderen EU-Staaten. Mitten in der aktuellen Konjunkturdelle Lohnforderungen mit einem Aufschlag zu verknüpfen, mit denen die deutsche Wettbewerbsfähigkeit gezielt verschlechtert werden soll, hilft deshalb niemandem. Ein entsprechendes Handeln würde entweder eine Lohn-Preis-Spirale in Gang setzten, die den realen Kaufkraftzuwachs aufzehrt. Oder die Nachfrage nach verteuerten deutschen Produkten ginge zurück, was gut bezahlte Jobs gefährdet. Beides hätte verheerende Konsequenzen für das europäische Ausland. Denn dem gingen zahlungskräftige Abnehmer für Güter und Dienstleistungen verloren.

Ansprechpartner

Arndt Kirchhoff im Kölner Stadt-Anzeiger
Interview, 20. November 2017

Arndt Kirchhoff im Kölner Stadt-Anzeiger „Dreht uns nicht den Saft ab” Arrow

Arndt Kirchhoff, IW-Präsident und Chef des Autozulieferers Kirchhoff, äußert sich im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger über Energie, notwendige Investitionen in die Infrastruktur des Landes und den Tarifstreit. mehr

25. Oktober 2017

Hagen Lesch Tariflöhne: Die Industrie prescht vorArrow

Die IG Metall fordert für die anstehende Tarifrunde in der Metall- und Elektro-Industrie Lohnsteigerungen von 6 Prozent sowie die Möglichkeit einer reduzierten Vollzeit. Ein Tariflohnvergleich zeigt, dass die M+E-Industrie seit der Jahrtausendwende vielen Branchen davongeeilt ist. mehr auf iwd.de

10. Oktober 2017

Hagen Lesch Reallöhne: Arbeitnehmer im PlusArrow

Dass sich Deutschlands gute Wirtschaftslage nicht in den Geldbeuteln der Arbeitnehmer niederschlage, ist ein oft zu hörender Vorwurf – insbesondere aus dem Gewerkschaftslager. Doch die Zeiten sinkender Reallöhne sind lange vorbei. mehr auf iwd.de