Langzeitarbeitslose Image
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So will Andrea Nahles die Zahl der Fallmanager, die für die Betreuung der Arbeitslosengeld-II-Empfänger in den Job-Centern zuständig sind, deutlich erhöhen. Das kann sinnvoll sein. Denn wenn Arbeitslose ständig mit Angeboten und Hilfen konfrontiert werden, wird verhindert, dass sie sich an die Beschäftigungslosigkeit gewöhnen – die unerlässliche Eigeninitiative bleibt derweil aufrechterhalten.

Außerdem sollen mit einem neuen Programm die Lohnkosten bezuschusst werden. Grundsätzlich wirken Lohnkostenzuschüsse so, wie sie sollen. Doch es bleibt unklar, warum die bereits existierenden Programme dafür nicht ausreichen. Die einzige echte Neuerung besteht in der Idee, die Geförderten künftig durch einen Coach zu begleiten. Doch diese Aufgabe könnten auch die Fallmanager übernehmen.

Für schwere Fälle plant die Arbeitsministerin neue Stellen auf dem dritten Arbeitsmarkt, wo die Langzeitarbeitslosen – sozialversicherungspflichtig entlohnt – lernen sollen, ihren Arbeitsalltag zu strukturieren. Diesem Zweck dienen aber bereits die sogenannten 1-Euro-Jobs. Es ist nicht erkennbar, warum stattdessen attraktivere Beschäftigungsverhältnisse eingerichtet werden sollen: Diese werden lediglich dazu führen, dass die Suche nach einem Job auf dem ersten Arbeitsmarkt unattraktiver wird.

Generell gilt für Nahles‘ Pläne folgender Befund: Statt neuer arbeitsmarktpolitischer Programme sind in erster Linie Rahmenbedingungen nötig, mit denen Jobs entstehen, die für Langzeitarbeitslose geeignet sind.

Dazu macht die Bundesregierung allerdings keine Vorschläge. Im Gegenteil: Wer Zeitarbeit, Werkverträge oder Minijobs regulieren will, der blockiert wichtige Einstiegswege in den Arbeitsmarkt.

Ansprechpartner

15. März 2017

Interview „Es wäre unfassbar schädlich“Arrow

Als Regierungschef formulierte Gerhard Schröder 2003 die Agenda 2010. Heute wollen die Sozialdemokraten Teile der Reform am liebsten rückgängig machen. IW-Arbeitsmarktexperte Holger Schäfer erklärt im iwd-Interview, warum damit keinem geholfen wäre. mehr auf iwd.de

14. März 2017

Arbeitsmarkt Die Agenda 2010 – ein Reformpaket im FokusArrow

Heute werden die Reformen, die die rot-grüne Bundesregierung unter Gerhard Schröder ab 2003 umsetzte, oft auf „Hartz IV“ reduziert – tatsächlich aber besteht die Agenda 2010 aus einem umfangreichen Reformpaket. Neben den Neuerungen auf dem Arbeitsmarkt und in der Rentenversicherung – von denen das IW Köln die wichtigsten auflistet und bewertet – gab es noch zahlreiche Reformen in der Gesundheits- und der Finanzpolitik. mehr auf iwd.de

Interview, 13. März 2017

Holger Schäfer auf mdr.de „Fehlanreize verfestigen Arbeitslosigkeit”Arrow

Die SPD will mehr Arbeitslosen länger ALG I zahlen. Zugleich plant sie einen Rechtsanspruch auf Qualifizierung. Für ALG-II-Empfänger soll das Schonvermögen verdoppelt werden. Der Wirtschaftswissenschaftler Holger Schäfer von Institut der deutschen Wirtschaft Köln sieht die Pläne kritisch. Er warnt, Alimentierung verfestige Arbeitslosigkeit. Außerdem rechnet er mit höheren Kosten als von der SPD veranschlagt. mehr