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Wenn Unternehmen Beiträge auch auf Entgeltbestandteile jenseits der Bemessungsgrenze entrichten müssen, werden sie nach SPD-Angaben nicht nur um 4,5 Milliarden Euro belastet. Diese zusätzlichen Lohnnebenkosten fallen auch noch ausgerechnet bei hochqualifizierten Arbeitskräften mit überdurchschnittlichen Entgelten an. Angesichts des Fachkräftemangels ist dies das falsche Signal auf einem zunehmend freizügigen europäischen Arbeitsmarkt.

Vor allem kapitalintensiv produzierende Unternehmen sollen mit der Lohnsummensteuer verstärkt zur Finanzierung herangezogen werden. Das ist weder sachlich zu begründen noch ökonomisch sinnvoll. Ob kapital- oder personalintensive Produktion, unterm Strich müssen die Arbeitskräfte mit ihrer Wertschöpfung sämtliche Arbeitskosten erwirtschaften.

Am Ende hilft es der gesetzlichen Krankenversicherung nicht, mehr Mittel ins System zu pumpen. Mit dem Festhalten an der lohnsteuerähnlichen Beitragsfinanzierung werden die grundlegenden Probleme nicht behoben. Im Gegenteil, mit dem SPD-Vorschlag soll die private Krankenversicherung einkassiert werden – der einzige Bereich, in dem die Versicherten mit ihrer kapitalgedeckten Vorsorge nachfolgende Generationen entlasten.

Makroökonomische Effekte einer paritätischen Beitragsfinanzierung
IW policy paper, 23. August 2017

Martin Beznoska / Galina Kolev / Jochen Pimpertz Makroökonomische Effekte einer paritätischen BeitragsfinanzierungArrow

Im Vorfeld der Bundestagswahl wird unter anderem eine Rückkehr zur vollständig paritätischen Beitragsfinanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung gefordert. Allerdings entpuppt sich die damit verbundene Hoffnung auf eine nachhaltige Entlastung der Beitragszahler als Irrweg. mehr