Der Strompreis beschäftigt derzeit die Verhandlungsführer der geplanten Großen Koalition. Kein Wunder, denn die öffentliche Hand hat daran mittlerweile einen größeren Anteil als die Erzeuger. Neben der Mehrwertsteuer zahlt der Verbraucher die Stromsteuer, die Konzessionsabgabe, den Aufschlag für die Kraft-Wärme-Kopplung, die Umlage für die Befreiung von Netzentgelten, die Offshore-Haftungsumlage und natürlich die Umlage für die erneuerbaren Energien (EEG-Umlage). Insbesondere die EEG-Umlage steigt schnell und wird im kommenden Jahr rund 6,2 Cent pro Kilowattstunde betragen. Mehr als 23 Milliarden Euro wird die EEG-Umlage die Verbraucher wohl 2014 insgesamt kosten. Politiker von Union und SPD erwägen nun sogar, die Stromsteuer zu senken, um der Dynamik etwas entgegenzusetzen.

Konsumieren für den Finanzminister

Zusammensetzung ausgewählter Preise (in Prozent)

Der Strompreis ist sicherlich ein krasses Beispiel für den Einfluss des Staates auf die Preise – doch er ist noch nicht das extremste. Einen höheren Anteil beansprucht die öffentliche Hand beispielsweise bei Zigaretten (74 Prozent) und Superbenzin (57 Prozent). Die Tabaksteuer etwa spült dem Finanzminister rund 14 Milliarden Euro pro Jahr in die Kasse. Die Energiesteuer (früher: Mineralölsteuer) bringt sogar rund 40 Milliarden Euro ein – der Spitzenwert unter den speziellen Verbrauchssteuern. Die Steuern auf Kaffee (1 Milliarde), Branntwein (2 Milliarden), Schaumwein (0,5 Milliarden) und Bier (0,7 Milliarden) sind im Vergleich dazu Peanuts.

Besteuerter Verbrauch
Zusammensetzung ausgewählter Preise (in Euro)
Produkt Verkaufspreis Herstellung und Vertrieb Mehrwertsteuer sonstige Abgaben
Packung Zigaretten 5,00 1,32 0,80 2,88 (Tabaksteuer)
Liter Superbenzin 1,60 0,69 0,26 0,65 (Energiesteuer)
Kilowattstunde Strom 0,28 0,14 0,05 0,10 (Stromsteuer, EEG-Umlage usw.)
Flasche Weinbrand 12,49 7,03 1,99 3,47 (Branntweinsteuer)
Flasche Sekt 6,29 4,34 1,00 0,95 (Schaumweinsteuer)
Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln

Ansprechpartner

IW policy paper
IW policy paper, 19. Oktober 2017

Tobias Hentze / Michael Voigtländer Reformoptionen für die Grunderwerbsteuer Arrow

Die Grunderwerbsteuer weist spezifische Probleme auf: So belastet die Grunderwerbsteuer den Neubau, sie stellt ein Hemmnis für den Vermögensaufbau weniger wohlhabender Haushalte dar und sie führt zu Diskriminierungen zwischen privaten Käufern und Käufern von Unternehmensanteilen. mehr

Grunderwerbsteuer
Pressemitteilung, 19. Oktober 2017

Tobias Hentze / Michael Voigtländer Grunderwerbsteuer: Teuer und sperrigArrow

In vielen Bundesländern steigt die Grunderwerbsteuer immer weiter. Das belastet private Hauskäufer, denn Vermögensaufbau und Neubauten werden verteuert. Ein Blick zu den europäischen Nachbarn offenbart mögliche Reformen, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). mehr

6. Oktober 2017

Berit Schmiedendorf Anuga: Hot Beverages und BlumenkohlArrow

Allein die deutschen Nahrungsmittelhersteller bringen jedes Jahr rund 40.000 neue Produkte auf den Markt. Was es weltweit zu essen und zu trinken gibt, zeigt ab Samstag die Kölner Ernährungsmesse Anuga. mehr auf iwd.de