Während die krisenbedingten Einschnitte für die Fluggesellschaften bereits im ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr stark thematisiert wurden, standen die Flughäfen als halb-öffentliche Infrastruktur nicht im Rampenlicht. Der dramatische Einbruch des Flugverkehrs mit einem Passagierrückgang für das Gesamtjahr 2020 um knapp 75 Prozent gegenüber 2019 trifft aber die Flughäfen genauso wie die Fluggesellschaften, für die milliardenschwere Hilfspakete geschnürt wurden.

Tauziehen zwischen Bund und Ländern

Ein Grund für die unterschiedliche Aufmerksamkeit könnte die kleinteilige Struktur der Flughafeneinrichtungen sein: Während der Flugverkehr in Deutschland von der Lufthansa dominiert wird, verteilen sich die Starts und Landungen auf etwa 20 Großflughäfen und Regionalairports, deren Situation sich unterscheidet. Ein weiterer Grund ist die Eigentümerstruktur der Flughäfen: Sie werden von einer Mischung aus öffentlichen und privaten Eigentümern betrieben, wobei die Öffentliche Hand mit Landes-, Bundes- und Kommunalbeteiligungen vertreten ist. Die Diskussion um staatliche Hilfen ist deshalb zu einem Tauziehen zwischen Bund und Ländern geworden – Vorgaben der EU verkomplizieren die Situation zusätzlich. 

Die Zeit drängt

Dauersubventionen für Flughäfen sind nach EU-Beihilferecht unzulässig, weshalb einzelne deutsche Regionalflughäfen bereits vor der Pandemie unter Beobachtung standen. Am 29. Januar stimmten die Finanzminister der 16 Bundesländer einem gemeinsamen Hilfspaket zu, auf das sich die Verkehrsminister von Bund und Ländern Ende des Jahres geeinigt hatten. Da Flughäfen europaweit mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind, stehen die Chancen gut, dass auch die EU grünes Licht für das staatliche Hilfspaket gibt. Die Zeit drängt allerdings, denn den Flughafenbetreibern droht das Geld auszugehen.