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Ver.di steht unter Zugzwang. Die Organisation hat seit dem Jahr 2000 fast 800.000 Mitglieder verloren und leidet im Verkehrssektor und im Gesundheitswesen unter der Konkurrenz verschiedener Berufsgewerkschaften. Zudem hat sich die Kampfstärke der Organisation verändert. Die klassischen Streiktruppen – Busfahrer und Müllwerker – sind vielfach ausgelagert oder in eigene Spartentarifverträge überführt worden. An ihre Stelle sind nun die Erzieherinnen getreten. Sie müssen heute unter erschwerten Bedingungen ihren Job erledigen, die Anforderungen an sie nehmen zu, die Bezahlung ist noch nicht angepasst worden.

Die Großgewerkschaften haben somit ein handfestes Interesse daran, die wachsende Unzufriedenheit des Kitapersonals zu kanalisieren. Ansonsten droht, dass eine neue homogene und streikmächtige Berufsgruppe ihre Interessen in einer eigenen Organisation durchsetzen wird. Diese Gefahr ist real, wie sich aus den zuletzt steigenden Mitgliederzahlen der GEW andeutet. Die "Lehrergewerkschaft" organisiert nämlich ebenfalls Erzieherinnen und tritt verstärkt für deren Belange ein.

18. Mai 2017

Wido Geis Bund muss Kita-Lücken schließenArrow

Seit August 2013 haben Eltern Anspruch auf einen Betreuungsplatz, sobald ihr Kind ein Jahr alt ist. Dennoch fehlen noch immer gut 293.000 Plätze für unter Dreijährige. Weil der Bedarf weiter steigen dürfte, ist das neue Investitionsprogramm des Bundes zur Kita-Finanzierung ein notwendiger Schritt in die richtige Richtung. mehr auf iwd.de

Arbeitskämpfe – Streikzahlen normalisieren sich
IW-Nachricht, 2. Mai 2017

Arbeitskämpfe Streikzahlen normalisieren sichArrow

Nach der amtlichen Streikstatistik sind 2016 in Deutschland rund 235.000 Arbeitstage durch Arbeitskämpfe ausgefallen. Das ist zwar deutlich weniger als im Jahr zuvor, aber immerhin noch der dritthöchste Wert der vergangenen zehn Jahre. Nordrhein-Westfalen ist Streikland Nummer eins. mehr

Gewerkschaften: Verankerung ausbauen
IW-Kurzbericht, 27. April 2017

Adam Giza / Hagen Lesch Gewerkschaften: Verankerung ausbauenArrow

Unter dem Motto „Wir sind viele. Wir sind eins.“ ruft der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) auch in diesem Jahr wieder dazu auf, am „Tag der Arbeit“ für mehr Gerechtigkeit zu demonstrieren. Die große Öffentlichkeitswirkung dieses Tags verdeckt, dass die Gewerkschaften in der Arbeitnehmerschaft nur noch schwach verankert sind und schwierige strukturelle Probleme lösen müssen. mehr