Kinderarmut Image
Quelle: Fotolia

Das Kinderhi​lfswerk der Vereinten Nationen Unicef hat einen Index der Entbehrungen veröffentlicht. Danach schneidet Deutschland nur mittelmäßig ab. Wenn Kinder nur zwei der 14 untersuchten Kriterien entbehren müssen, dann gelten sie als arm. Wenn also Sprösslinge im Alter von ein bis 16 Jahren häufig auf eine täglich warme Mahlzeit oder einen Internetanschluss verzichten müssen, dann besteht nach Unicef ein Problem.

Für den Staat kann das aber nicht bedeuten, noch mehr Geld in die Familien zu stecken. Denn mehr Geld löst das Problem nicht unbedingt. Ein ruhiger Platz für Hausaufgaben (ein weiteres Kriterium) dürfte in jedem Haushalt zu finden sein. Aber die Eltern müssen sich darum kümmern. Frisches Obst (ein weiteres Kriterium) zu besorgen, dürfte ebenfalls kein großer finanzieller Aufwand sein, denn Fast Food kostet ein Vielfaches.

Indirekt kann der Staat gleichwohl ​die Situation von Kindern verbessern, indem er selbst einen Teil der Betreuung übernimmt, etwa in Kitas und Ganztagsschulen (wo es das geforderte warme Essen gibt). Auch die direkte Förderung von Kindern über Bildungsgutscheine etwa für die Mitgliedschaft im Sportverein erscheint vom Ansatz her sinnvoll.

IW-Kurzbericht, 8. März 2017

Wido Geis Töchter arbeiten weniger im Haushalt mitArrow

Mädchen im Teenageralter verbringen heute weniger Zeit mit Hausarbeit als noch vor zehn Jahren. Lag der Anteil der 15- bis 17-Jährigen, die im Schnitt über 45 Minuten am Tag mithelfen, zu Beginn des neuen Jahrtausends bei 68,2 Prozent, so sind es heute nur noch 45,7 Prozent. Damit haben die geschlechterspezifischen Rollenunterschiede der Kinder in der Familie deutlich abgenommen. mehr

2. März 2017

Armut in Europa Armut ist nicht nur eine Frage des EinkommensArrow

Im Wahlkampfjahr 2017 scheint Gerechtigkeit das alles überstrahlende Thema zu sein – nicht nur in Deutschland. Doch wer Armut wirksam bekämpfen will, braucht zuerst einmal eine schlüssige Definition von Armut – sie ausschließlich am geringen Einkommen festzumachen, greift zu kurz. Besser sind multidimensionale Ansätze mit zusätzlichen Kriterien. mehr auf iwd.de

Gerechtigkeitsdebatte
IW-Pressemitteilung, 1. März 2017

Gerechtigkeitsdebatte Mit Bildung gegen ArmutArrow

Deutschland, Frankreich und die Niederlande stecken im Wahlkampf, dabei rückt das Thema Gerechtigkeit wieder in den Mittelpunkt. Viele Politiker fordern eine stärkere Umverteilung. Sinnvoller ist es jedoch, auf Bildung und Arbeit zu setzen, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). mehr