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Das Kinderhi​lfswerk der Vereinten Nationen Unicef hat einen Index der Entbehrungen veröffentlicht. Danach schneidet Deutschland nur mittelmäßig ab. Wenn Kinder nur zwei der 14 untersuchten Kriterien entbehren müssen, dann gelten sie als arm. Wenn also Sprösslinge im Alter von ein bis 16 Jahren häufig auf eine täglich warme Mahlzeit oder einen Internetanschluss verzichten müssen, dann besteht nach Unicef ein Problem.

Für den Staat kann das aber nicht bedeuten, noch mehr Geld in die Familien zu stecken. Denn mehr Geld löst das Problem nicht unbedingt. Ein ruhiger Platz für Hausaufgaben (ein weiteres Kriterium) dürfte in jedem Haushalt zu finden sein. Aber die Eltern müssen sich darum kümmern. Frisches Obst (ein weiteres Kriterium) zu besorgen, dürfte ebenfalls kein großer finanzieller Aufwand sein, denn Fast Food kostet ein Vielfaches.

Indirekt kann der Staat gleichwohl ​die Situation von Kindern verbessern, indem er selbst einen Teil der Betreuung übernimmt, etwa in Kitas und Ganztagsschulen (wo es das geforderte warme Essen gibt). Auch die direkte Förderung von Kindern über Bildungsgutscheine etwa für die Mitgliedschaft im Sportverein erscheint vom Ansatz her sinnvoll.

Armutsgefährdung
IW-Nachricht, 8. November 2017

Christoph Schröder Armutsgefährdung: In Deutschland unterdurchschnittlichArrow

Nach den neusten Zahlen der europäischen Statistikbehörde Eurostat ist in Deutschland fast jeder Fünfte (19,7 Prozent) von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Dieser scheinbar hohe Wert ergibt sich aber vor allem durch die sehr weit gefasste Definition. mehr

27. Oktober 2017

Kommentar von Judith Niehues „Etablierte Meinungen werden kaum hinterfragt“Arrow

„Die unteren Einkommensgruppen profitieren kaum von der guten wirtschaftlichen Lage in Deutschland“ – dieser viel zitierte Befund mag der Mehrheitsmeinung entsprechen und sie mehr und mehr stärken. Doch Plausibilitätschecks hält das alarmierende Szenario kaum stand, mahnt Judith Niehues, Leiterin der Forschungsgruppe Mikrodaten und Methodenentwicklung im IW Köln. mehr auf iwd.de

IW-Trends, 26. Oktober 2017

Judith Niehues Einkommensentwicklung, Ungleichheit und ArmutArrow

Die Ungleichheits- und Armutsdebatte nimmt in der aktuellen medialen Berichterstattung viel Raum ein. Die Datensätze und Plausibilitätstests der Studien, über die berichtet wird, sollten jedoch kritisch hinterfragt werden. mehr