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Das Kinderhi​lfswerk der Vereinten Nationen Unicef hat einen Index der Entbehrungen veröffentlicht. Danach schneidet Deutschland nur mittelmäßig ab. Wenn Kinder nur zwei der 14 untersuchten Kriterien entbehren müssen, dann gelten sie als arm. Wenn also Sprösslinge im Alter von ein bis 16 Jahren häufig auf eine täglich warme Mahlzeit oder einen Internetanschluss verzichten müssen, dann besteht nach Unicef ein Problem.

Für den Staat kann das aber nicht bedeuten, noch mehr Geld in die Familien zu stecken. Denn mehr Geld löst das Problem nicht unbedingt. Ein ruhiger Platz für Hausaufgaben (ein weiteres Kriterium) dürfte in jedem Haushalt zu finden sein. Aber die Eltern müssen sich darum kümmern. Frisches Obst (ein weiteres Kriterium) zu besorgen, dürfte ebenfalls kein großer finanzieller Aufwand sein, denn Fast Food kostet ein Vielfaches.

Indirekt kann der Staat gleichwohl ​die Situation von Kindern verbessern, indem er selbst einen Teil der Betreuung übernimmt, etwa in Kitas und Ganztagsschulen (wo es das geforderte warme Essen gibt). Auch die direkte Förderung von Kindern über Bildungsgutscheine etwa für die Mitgliedschaft im Sportverein erscheint vom Ansatz her sinnvoll.

Gastbeitrag, 11. Mai 2017

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