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Kalte Progression Quelle: pixelfabrik/Fotolia

Die kalte Progression entsteht durch die Kombination aus progressivem Steuertarif und Inflation. Wenn ein Arbeitnehmer beim Lohn einen Inflationsausgleich erhält, zahlt er dadurch mehr Steuern, obwohl er sich nicht mehr leisten kann. Diesen Effekt möchte der Finanzminister verhindern. Zu diesem Zweck soll 2013 der Einkommenssteuertarif korrigiert werden. Dadurch werden die Steuerpflichtigen um 6 bis 7 Milliarden Euro jährlich entlastet. Damit wird recht genau das Mehraufkommen zurückgegeben, das der Fiskus aufgrund der kalten Progression seit 2010 zusätzlich eingesammelt hat.

Die kalte Progression ist aber keine einmalige Angelegenheit. Sie tritt jedes Jahr erneut auf und zwar umso stärker, je höher die Inflationsrate ist. Deshalb sollte eine automatische Tarifanpassung beschlossen werden, um sie dauerhaft auszuschalten. Gerade das ist aber nicht beabsichtigt. So kassiert der Fiskus in Zukunft immer wieder ein paar Jahre lang ungerechtfertigt höhere Steuern und kann dann in unregelmäßigen Abständen Entlastungen verkünden. Das ist zwar gut für die Politik, aber schlecht, wenn wirklich dauerhafte Steuergerechtigkeit hergestellt werden soll.

Gutachten
Gutachten, 17. Juli 2017

Tobias Hentze Szenarien für ein Ende des SolidaritätszuschlagsArrow

Der im Jahr 1991 erstmals eingeführte Solidaritätszuschlag sollte kurzfristige Mehrausgaben für den Golfkrieg und den Aufbau Ost finanzieren. Mehr als 26 Jahre später besteht der Solidaritätszuschlag allerdings immer noch. Mit Ablauf des Jahres 2019 entfällt für die Politik jedoch das letzte Argument, sich an die Einnahmen aus dem Solidaritätszuschlag zu klammern. mehr

14. Juli 2017

Tobias Hentze Steuerloch mit AnsageArrow

Wenn ab Mitte der 2020er Jahre die Babyboomer in den Ruhestand gehen, schlägt sich das auch in sinkenden Einnahmen aus der Einkommenssteuer nieder. Weil gleichzeitig die staatlichen Ausgaben steigen, muss die Politik zügig handeln. mehr auf iwd.de

Gastbeitrag, 10. Juli 2017

Tobias Hentze auf n-tv.de Schwarze Null – sonst nichtsArrow

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble kann mit der ablaufenden Legislaturperiode zufrieden sein, die schwarze Null ist zweifelsfrei ein Erfolg - auch wenn ihm dabei das Glück zur Seite stand. Davon abgesehen war die Finanz- und Steuerpolitik der Großen Koalition ziemlich uninspiriert. Ein Gastkommentar von Tobias Hentze, Senior Economist beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln. mehr