Junge Beschäftigte Image
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Keine Frage: Jüngere sind weit häufiger befristet beschäftigt als Ältere, denn viele Betriebe nutzen Befristungen als Erprobungsinstrument. Genauso trifft aber auch zu, dass die meisten Arbeitnehmer, die zunächst befristet beschäftigt werden, im Laufe ihrer Karriere in unbefristete Stellen wechseln. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat ermittelt, dass fast drei Viertel der befristeten Verträge verlängert oder entfristet werden.

Zudem stimmt die Feststellung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), dass jüngere Arbeitnehmer geringere Einkommen haben als Ältere. Doch das ist auch berechtigt, denn Jüngere haben oft noch nicht die fachlichen und beruflichen Qualifikationen, die Ältere im Laufe ihres Berufslebens erworben haben. Die DGB-Studie stellt selbst fest: Der Anteil der Befragten ohne abgeschlossene Berufsausbildung ist unter den Jüngeren (noch) dreimal so hoch wie unter den Älteren.

Die Befunde des DGB sind mithin logische Folge der betrachteten Altersstruktur. Dazu passt, dass sich Jüngere keineswegs häufiger über ihre Arbeitsbedingungen beklagen. In der DGB-Umfrage beurteilen sie die betrieblichen Sozialleistungen gleich gut wie die Älteren und ihre Beschäftigungssicherheit sogar besser als die Kollegen. Eine Auswertung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) zeigt darüber hinaus, dass Jüngere insgesamt zufriedener mit ihrer Arbeit sind als die Älteren – und zwar unabhängig davon, ob sie in Vollzeit, Teilzeit oder einem Minijob arbeiten.

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IW-Nachricht, 13. Oktober 2017

Holger Schäfer Nebenerwerbstätigkeit: Kein Indiz für ArmutArrow

3,2 Millionen Menschen in Deutschland gehen zusätzlich zu ihrem Hauptjob einer Nebenbeschäftigung nach – rund eine Million mehr als vor zehn Jahren. Das geht aus einer Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage der Linken hervor. Ein Grund zur Aufregung ist das aber nicht: Nebenjobber sind sogar oft sozial besser gestellt als andere Beschäftigte. mehr