Jugendarbeitslosigkeit in Europa Image
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In allen europäischen Ländern haben es Jugendliche auf dem Arbeitsmarkt schwerer als Ältere. Das ist keineswegs ein neues Phänomen, sondern schon seit Jahrzehnten zu beobachten. Ein Grund dafür ist, dass Betriebe in Krisenzeiten auf Einstellungen verzichten. Deshalb findet die Jugend keinen Zugang zum Arbeitsmarkt.

Zudem spielt ein statistisches Phänomen eine Rolle: Schüler und Studenten werden bei der Berechnung der Jugendarbeitslosenquote nicht mitgezählt, sondern nur all jene, die dem Arbeitsmarkt tatsächlich zur Verfügung stehen. Das verfälscht das Bild, denn gerade jene mit langer Ausbildung haben später bekanntlich viel bessere Chancen, einen Job zu finden.

So ist die Jugendarbeitslosigkeit zum Beispiel in Griechenland in der Krise auf 60 Prozent angestiegen – was allerdings nicht heißt, das 60 Prozent der jungen Griechen arbeitslos sind: Bezogen auf die Gesamtbevölkerung in diesem Alter, also inklusive Schüler und Studenten, beträgt der Anteil arbeitsloser Jugendlicher in Griechenland lediglich 15 Prozent. Schlimmer ist die Lage in Spanien, wo 20 Prozent der Jugendlichen vergeblich nach Arbeit suchen.

In vielen Ländern wird versucht, arbeitslose Jugendliche mit Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik in einen Job zu bringen – zum Beispiel mit Qualifizierungsmaßnahmen. Ob so etwas sinnvoll ist, hängt immer vom Einzelfall ab. In den südeuropäischen Krisenländern ist die Arbeitslosigkeit jedoch vorwiegend krisenbedingt oder von ineffizienten Institutionen mitverursacht. Diese grundsätzlichen Probleme kann Arbeitsmarktpolitik nicht lösen – nicht einmal, wenn die Politik noch wesentlich mehr Geld ausgibt.

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Free Trade between Europe and Japan – hope for global prosperity
Gastbeitrag, 20. Juni 2017

Hubertus Bardt on KKC International Platform Free Trade between Europe and Japan – hope for global prosperityArrow

In an environment with growing protectionism and the danger of economic disintegration and shocks for the global trade policy system, a free trade agreement between Japan and Europe could set a positive example. Progress in the negotiations are necessary to foster growth and prosperity and to send a message to other countries, that modern market economies rely on good trade relations. mehr

20. Juni 2017

Interview mit Tobias Paulun „Mit einem liquiden Markt sollte man nicht spielen“Arrow

Damit die EU eines Tages eine Energieunion mit grenzüberschreitendem Handel und einer gemeinsamen Energiepolitik wird, hat die EU-Kommission in ihrem neuen „Strommarktdesign“ unter anderem vorgeschlagen, die Preiszonen im Strommarkt neu zu definieren. Was die European Energy Exchange (EEX) davon hält, erläutert Tobias Paulun, Mitglied des EEX-Vorstands, im iwd. Zunächst aber erklärt er, was die Energiebörse in Leipzig überhaupt macht. mehr auf iwd.de

Brexit
IW-Nachricht, 19. Juni 2017

Jürgen Matthes Brexit: Missverständnisse vermeidenArrow

Fast ein Jahr nach dem Referendum beginnen heute die Brexit-Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU. Die Lage scheint vertrackt, doch in der öffentlichen Debatte wird die bisherige Position der britischen Regierung häufig missverstanden – und damit auch die Chancen für konstruktive Verhandlungen übersehen. mehr