Jugendarbeitslosigkeit Image
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Während in südeuropäischen Ländern die Jugendarbeitslosenquote Werte von 50 Prozent und mehr erreicht, steht Deutschland mit einer Quote von knapp 8 Prozent weit besser da. Die Arbeitslosenquote misst den Anteil der arbeitslosen Jugendlichen an allen Jugendlichen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Für die meisten trifft das allerdings gar nicht zu: Viele Jugendliche – also Personen von 15 bis 24 Jahren – gehen zur Schule oder zur Universität und werden bei der Berechnung der Quote gar nicht berücksichtigt.

Aussagefähiger ist daher der Anteil der arbeitslosen Jugendlichen an der Gesamtbevölkerung im Alter von 15 bis 24 Jahren. Zu den Arbeitslosen können noch die hinzugerechnet werden, die zwar nicht arbeitslos sind, aber weder einer Beschäftigung nachgehen noch in Aus- oder Weiterbildung sind, allerdings grundsätzlich Interesse an einer Arbeit haben. Das können zum Beispiel Mütter sein, die dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen, oder Jugendliche, die – aus welchen Gründen auch immer – nicht aktiv nach einer Beschäftigung suchen. In Deutschland sind dies rund 372.000 Personen.

Der Anteil dieser Summe aus Arbeitslosen und arbeitswilligen Nichterwerbstätigen an der jugendlichen Bevölkerung liegt in Deutschland bei rund 8 Prozent. Das bedeutet im Umkehrschluss: 92 Prozent aller Jugendlichen haben entweder Arbeit, sind in Aus- oder Weiterbildung oder haben kein Interesse an einer Arbeit. Der Durchschnitt aller EU-Länder liegt mit 19 Prozent mehr als doppelt so hoch.

Problematisch ist die Lage auch mit dieser Sichtweise vor allem in Südeuropa: In Spanien und Griechenland sind mehr als 30 Prozent der Jugendlichen aktiv oder latent auf Arbeitsuche, in Italien sind es 28 und in Portugal 25 Prozent.

Ansprechpartner

15. März 2017

Interview „Es wäre unfassbar schädlich“Arrow

Als Regierungschef formulierte Gerhard Schröder 2003 die Agenda 2010. Heute wollen die Sozialdemokraten Teile der Reform am liebsten rückgängig machen. IW-Arbeitsmarktexperte Holger Schäfer erklärt im iwd-Interview, warum damit keinem geholfen wäre. mehr auf iwd.de

14. März 2017

Arbeitsmarkt Die Agenda 2010 – ein Reformpaket im FokusArrow

Heute werden die Reformen, die die rot-grüne Bundesregierung unter Gerhard Schröder ab 2003 umsetzte, oft auf „Hartz IV“ reduziert – tatsächlich aber besteht die Agenda 2010 aus einem umfangreichen Reformpaket. Neben den Neuerungen auf dem Arbeitsmarkt und in der Rentenversicherung – von denen das IW Köln die wichtigsten auflistet und bewertet – gab es noch zahlreiche Reformen in der Gesundheits- und der Finanzpolitik. mehr auf iwd.de

Interview, 13. März 2017

Holger Schäfer auf mdr.de „Fehlanreize verfestigen Arbeitslosigkeit”Arrow

Die SPD will mehr Arbeitslosen länger ALG I zahlen. Zugleich plant sie einen Rechtsanspruch auf Qualifizierung. Für ALG-II-Empfänger soll das Schonvermögen verdoppelt werden. Der Wirtschaftswissenschaftler Holger Schäfer von Institut der deutschen Wirtschaft Köln sieht die Pläne kritisch. Er warnt, Alimentierung verfestige Arbeitslosigkeit. Außerdem rechnet er mit höheren Kosten als von der SPD veranschlagt. mehr