Der Markt mit Videospielen boomt. 2019 wurden in Deutschland allein mit Videospielen 3,9 Milliarden Euro umgesetzt – die Hardware, also Computer, Konsolen und Handys sind da noch nicht einberechnet. Insgesamt wird der Spielemarkt auf 6,2 Milliarden Euro geschätzt – damit kann die Spielebranche durchaus mit dem Buchhandel, der Bundesliga oder der Filmbranche mithalten. Die Corona-Pandemie dürfte die Umsätze weiter steigen lassen. Wer zuhause bleibt, spielt mehr.

Smartphones verändern die Spielwelt

Jetzt kommt die Playstation 5 auf dem Markt. Dabei scheint die goldene Zeit der Konsolen eigentlich vorbei zu sein. Die Rangliste der meistverkauften Konsolen wird immer noch von der bereits im Jahr 2000 erschienenen PlayStation 2 angeführt. Neue Versionen verkauften sich schlechter. Doch die Nutzer bleiben ihrer Konsole treu und könnten die Konsole retten. Allein in Deutschland nutzen 16 von allen rund 34 Millionen Gamern eine Spielekonsole. Beide Nutzerzahlen waren in den vergangenen Jahren nahezu konstant. Weltweit ist der Markt für Konsolen sogar wieder auf Wachstumskurs: 2019 im Vergleich zu 2018 wuchs der Umsatz weltweit um 13 Prozent  auf 40 Milliarden Euro, 1,3 Milliarden wurden in Deutschland umgesetzt.  Ein Grund für die Stärke der Konsole ist, dass große und komplexe Spiele bislang nur auf Konsolen und Computern laufen; auf Smartphones und Tablets lässt sich das aufgrund der geringeren Rechenleistung derzeit nur schwer umsetzen. 

Die Smartphones und die wachsende Bedeutung der Cloud haben die Welt der Videospiele dennoch verändert. Smartphones werden immer leistungsfähiger, mit ihnen kann man überall Spiele spielen. 2019 betrug der weltweite Umsatz mit Handy-Spielen schätzungsweise 58 Milliarden Euro, in Deutschland waren es mehr als 1,8 Milliarden Euro. Haupttreiber sind hier In-App-Käufe. Doch die Umsätze unterschätzen, wie beliebt die Handy-Spiele sind, da viele Apps kostenlos angeboten werden. Die Cloud setzt die Konsolen zusätzlich unter Druck. Denn über Cloud Computing kann ein Großteil der Rechenleistung beim Spielen ins Internet verlagert werden, wodurch die Anforderungen an die eigene Hardware gesenkt werden. So kann ein internetfähiger Fernseher zum Spielen reichen. 

Boom bietet Chancen für deutsche Entwickler

Insgesamt wächst der Spielemarkt in Deutschland, was bei der konstanten Nutzerzahl bei Konsolen darauf zurückzuführen ist, dass die Spieler zusätzlich über mobile Endgeräte spielen. Dieser Trend zum mobilen Spielen ist eine Chance für die deutschen Entwickler, da der Entwicklungsaufwand im Vergleich zu PC- oder Konsolenspielen gering ist. Nur fünf Prozent der in Deutschland gespielten Spiele werden auch hier programmiert. Die wachsende Nachfrage in Deutschland bietet Chancen, bei deren Ausnutzung auch eine Förderung der Branche sowie der Unternehmen in Deutschland schnell Erfolge zeitigen kann und hilft, zukunftsträchtige Fähigkeiten aufzubauen.