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Die deutschen Exporte in den Iran könnten sich in den kommenden Jahren verdoppeln. Quelle: milosk50 – Fotolia

Widerstand gegen das iranische Atomabkommen gab es bis zuletzt: Die Republikaner im US-Kongress liefen Sturm und die Hardliner im iranischen Parlament stemmten sich mit aller Macht gegen den Kompromiss. Doch in beiden Ländern fand sich schließlich eine knappe aber ausreichende Mehrheit für das umstrittene Abkommen.

Die Sanktionen werden nach zwei Dekaden der Wirtschaftsblockade ab dem kommenden Sonntag Stück für Stück fallen. Iranische Unternehmen dürfen dann beispielsweise wieder deutsche Maschinen kaufen, amerikanische Finanzdienstleistungen in Anspruch nehmen und ihr Rohöl in den Westen verkaufen. Im Gegenzug verzichtet der Iran für die kommenden 15 Jahre auf den Bau der Atombombe, was internationale Experten kontrollieren werden.

Die Sanktionen gegen den Iran hatten zuvor unbestritten Wirkung gezeigt: Eine schwächelnde Handelsbilanz und hohe Inflationsraten haben das Bild der iranischen Wirtschaft in den vergangenen Jahren geprägt. Für die deutschen Exporteure bedeutet die neuerliche Entwicklung nun die Chance, dass ihre Produkte gefragt sind – insbesondere bei den Vorleistungen der wichtigen Öl- und Gasproduktion gibt es einen großen Investitionsstau. Tatsächlich sollen schon heute drei Viertel der – mittlerweile meist veralteten – Maschinen in der iranischen Industrie aus Deutschland stammen.

Eine Rückkehr zu den einst engen Handelsbeziehungen ist daher durchaus realistisch. Auch der Besuch von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, der als erster hochrangiger Vertreter des Westens den Iran besuchte, hat bleibende Wirkung hinterlassen. Eine Verdoppelung des Exportvolumens auf 5 Milliarden Euro in den kommenden Jahren scheint deshalb durchaus möglich.

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