Seit einigen Jahren ziehen in Deutschlands Großstädten die Mietpreise an (siehe Grafik). Entsprechend laut sind die Rufe, sogenannte Wiedervertragsmieten zu deckeln. Die Bundesregierung ist geneigt, dem öffentlichen Druck nachzugeben und steht kurz vor der Fertigstellung eines ersten Gesetzesentwurfs zur sogenannten Mietpreisbremse.

Im europäischen Vergleich zeigt sich jedoch klar, dass die Mieten hierzulande noch relativ gering sind. Einen merklichen Anstieg der Mieten gibt es erst seit 2007 und in den Jahren zuvor sind die Mieten kaum gestiegen, ja sogar gefallen. Die aktuellen Mietsteigerungen sind also einerseits Nachholeffekte und andererseits der stark erhöhten Nachfrage in Ballungszentren geschuldet – beides völlig normale, marktwirtschaftliche Vorgänge, für die es keinerlei staatlich-dirigistischer Eingriffe bedarf.

Außerdem: Betrachtet man den Verlauf der Mieten in Deutschland insgesamt, sind die Mieten seit 2005 sogar um rund fünf Prozent gefallen, trotz der Preissteigerungen in den Ballungszentren. Das Problem steigender Mieten ist demnach vor allem ein Problem einzelner Städte und selbst dort konzentrieren sich die Spannungen lediglich auf besonders begehrte Stadtteile. Weicht man diesen jedoch aus, sind auch in den Ballungszentren, mit etwas Mühe, günstige Wohnungen zu finden.

Mietpreisentwicklung in den Großstädten

Inflationsbereinigte durchschnittliche (Markt-) Mieten bei Neuvermietung für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern

Quelle: F+B