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Laut „Internationaler Grundschul-Lese-Untersuchung“ (IGLU) erreichen Viertklässler im Lesen in Deutschland einen Leistungsmittelwert, der signifikant über dem internationalen liegt. Dennoch kann jedes sechste Kind nicht ausreichend lesen – und wird folglich mit erheblichen Lernschwierigkeiten in weiterführenden Schulen konfrontiert sein. Immerhin jedes zehnte Kind schafft es hingegen auf die höchste Kompetenzstufe. In Mathematik befinden sich die Viertklässler laut der „Trends in International Mathematics and Science Study“ (TIMSS) zwar ebenfalls im oberen Drittel der internationalen Rangreihe, allerdings verfügt jeder fünfte Viertklässler (19,3 Prozent) über keine ausreichenden mathematischen Kompetenzen.

Nach wie vor schneiden Schüler, deren Eltern in Deutschland geboren sind, laut Grundschul-Studien deutlich besser ab als ihre Mitschüler mit Migrationshintergrund: Für 2011 beträgt der Leistungsvorsprung etwa ein Schuljahr. Auch die soziale Herkunft entscheidet über das schulische Vorankommen, denn die Präferenz der Lehrkräfte für eine bestimmte Schullaufbahn des Nachwuchses unterscheidet sich deutlich je nach sozialer Herkunft des Schülers: Selbst bei gleicher Leistung und gleichen kognitiven Fähigkeiten sprechen sich Lehrkräfte bei Kindern, deren Eltern beispielsweise Akademiker mit hohem Einkommen sind, 3,4 mal so oft für eine Schulkarriere des Nachwuchses an einem Gymnasium aus als bei Kindern von Facharbeitern.

Entsprechend ist dafür zu sorgen, dass Lehrkräfte ihre diagnostische Kompetenz verbessern und die Schülerleistung objektiver bewerten lernen. Ebenso ist es notwendig, Schüler mit mangelhaften Lese- und/oder Mathe-Kompetenzen gezielt zu fördern – und wie die Begleitanalysen zeigen, sollte dafür die Institution Ganztagsgrundschule stärker genutzt werden.

Themen

18. August 2017

Interview mit Ulrich Commerçon „Bildung muss beitragsfrei sein“Arrow

Kein anderes Bundesland konnte sich im IW-Bildungsmonitor 2017 so stark verbessern wie das Saarland. Der iwd hat den saarländischen Minister für Bildung und Kultur, Ulrich Commerçon (SPD), nach den Gründen gefragt. mehr auf iwd.de

17. August 2017

Axel Plünnecke Bildungsmonitor: Sachsen siegt, das Saarland holt aufArrow

Die besten Ergebnisse im IW-Bildungsmonitor 2017 erzielen wie bereits in den Vorjahren Sachsen, Thüringen und Bayern. Insgesamt zeigen sich allerdings gegenüber dem Jahr 2013, als Methodik und Indikatorenauswahl zuletzt aktualisiert wurden, nur noch leichte Verbesserungen innerhalb der Bildungssysteme. Der Bildungsmonitor wird seit 14 Jahren vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft erstellt. mehr auf iwd.de

Handlungsbedarf in MINT-Fächern
Gastbeitrag, 13. Dezember 2016

Christina Anger in der Fuldaer Zeitung Handlungsbedarf in MINT-FächernArrow

Im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sind gegenwärtig deutlich mehr Stellen zu besetzen als Personen arbeitslos gemeldet sind. Vor diesem Hintergrund sind die Ergebnisse der aktuellen Pisa-Erhebung keine gute Nachricht, schreibt IW-Bildungsökonomin Christina Anger in der Fuldaer Zeitung. mehr