Es gibt keine Krise bei Facharbeitern Image
Die Qualifikation wird auf dem Arbeitsmarkt immer wichtiger. Foto: Sigrid Gombert/GettyImages

Die Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Deutschland teilt sich in zwei Phasen: Bis 2005 befand sich das Land in einer nahezu durchgehenden Arbeitsmarktkrise. Die Erwerbstätigkeit stagnierte bestenfalls, die Arbeitslosigkeit nahm zu. Seit 2006 entstehen Millionen neue Jobs, die Arbeitslosigkeit sinkt.

Dementsprechend unterschiedlich entwickelte sich auch die Erwerbstätigkeit nach Qualifikationen. Bis 2005 nahm die Anzahl der Geringqualifizierten ab, während die der Personen mit mittleren Qualifikationen stagnierte und die Anzahl der Hochqualifizierten zunahm.

Seit 2006 steigt die Zahl der Hoch- und Mittelqualifizierten deutlich an, während bei den Geringqualifizierten allenfalls ein geringer Beschäftigungsanstieg stattfindet. Kritiker sprechen von einer Polarisierung, das heißt, der Arbeitsmarkt teilt sich in die zwei Extreme Gering- und Hochqualifizierte. Doch von einer Krise bei Facharbeitern ist nichts zu sehen: Die Beschäftigungsentwicklung der Geringqualifizierten bleibt – auch wenn sie sich verbessert hat – hinter der von höher Qualifizierten zurück. Die Bedeutung der Qualifikation für den Arbeitsmarkt nimmt zu, wovon die Akademiker am stärksten, aber keineswegs als Einzige profitieren.

Die Polarisierungsthese bleibt somit nicht nur ohne überzeugenden Beleg, sie ist auch gefährlich. Denn sie suggeriert, dass berufliche Qualifikationen unterhalb des Akademikerniveaus wertlos seien. Dabei ist das Gegenteil richtig: Die Arbeitslosenquote der Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung liegt bei 20,3 Prozent, während lediglich 4,6 Prozent der Personen mit einer Berufsausbildung keinen Job haben.

Ansprechpartner

31. Mai 2017

Michael Grömling 50 Jahre magisches ViereckArrow

Das vor 50 Jahren erlassene Stabilitätsgesetz hat vier ökonomische Ziele in den Fokus gerückt, die von der Wirtschaftspolitik anzustreben sind. Doch wie gut ist es Deutschland seither wirklich gelungen, niedrige Arbeitslosigkeit, geringe Inflation, außenwirtschaftliches Gleichgewicht und stetiges Wirtschaftswachstum in Einklang zu bringen? Das magische Viereck im Überblick. mehr auf iwd.de

MINT-Frühjahrsreport 2017
Gutachten, 10. Mai 2017

Christina Anger / Oliver Koppel / Axel Plünnecke MINT-Frühjahrsreport 2017Arrow

Die Erwerbstätigkeit von MINT-Akademikern ist von 2011 - 2014 um 10,6 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung wurde von Zuwanderung, einem höheren Frauenanteil und mehr Älteren begünstigt. Weniger günstig entwickelte sich die Erwerbstätigkeit von beruflich qualifizierten MINT-Fachkräften. mehr