Hochschulfinanzierung Image
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Die Zahl der Studierenden hat Rekordwerte erreicht und die Reputation der Hochschulforschung ist durch die Exzellenzinitiative international besser sichtbar geworden. Diese positiven Entwicklungen sind nicht zuletzt dem Engagement des Bundes in der Hochschulfinanzierung zu verdanken: Seine finanzielle Beteiligung ist in den letzten zehn Jahren dreimal so stark gestiegen wie die der Länder. Allerdings fließen die zusätzlichen Mittel in befristete Programme. Wie es nach 2020 weitergeht, ist bislang völlig offen.

Die Spitzenverbände der Wirtschaft fordern deshalb eine dauerhafte gemeinsame Finanzierungsverantwortung von Bund und Ländern. Gleichzeitig sollen stärker als bisher Wettbewerbs- und Investitionsanreize gesetzt werden. So soll das Geld des Bundes – anders als im Hochschulpakt – nicht für mehr Studienanfänger, sondern für mehr Absolventen fließen. So bestünde nicht nur ein Anreiz, in mehr Studienplätze zu investieren. Vielmehr würden die Hochschulen motiviert, Studienabbrüche wirkungsvoll zu bekämpfen.

Für innovative Lehrprojekte sollen die Hochschulen weitere Mittel bei einem bundesweiten Förderwerk einwerben können. In der Forschung sollen erfolgreich eingeworbene Drittmittel indes durch einen staatlichen Bonus aufgestockt werden. Zusätzliches Geld zur Qualitätsverbesserung soll die Wiedereinführung von Studiengebühren bringen. Damit die Gebühren sozialverträglich sind und niemanden abschrecken, würden sie nach dem Willen der Wirtschaft allerdings erst dann fällig, wenn die Studenten nach erfolgreichem Abschluss ein bestimmtes Einkommen erzielen.

Vorschlag von BDA, BDI, IW und Stifterverband

Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Bundesverband der Deutschen Industrie, Institut der deutschen Wirtschaft Köln und Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft: Hochschulfinanzierung – Ganzheitlich, transparent und leistungsorientiert gestalten

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Gutachten, 26. Oktober 2017

Regina Flake / Lydia Malin / Paula Risius Ausbildung oder Studium? Arrow

Unternehmen können immer mehr Ausbildungsstellen nicht besetzen. Dies birgt die Gefahr, dass gerade kleine und mittlere Unternehmen mittelfristig ihre Ausbildungsaktivitäten zurückfahren, was gravierende Auswirkungen auf die Fachkräftesituation auf dem Arbeitsmarkt hätte. mehr

IW-Trends, 26. Oktober 2017

Regina Flake / Lydia Malin / Paula Risius Bildungsentscheidung von Abiturienten für Ausbildung oder StudiumArrow

Der Anteil der Abiturienten unter den Schulabgängern steigt seit vielen Jahren an. Inzwischen erwirbt mehr als die Hälfte eines Jahrgangs die Hochschulzugangsberechtigung und die Anzahl der Studienanfänger hat sich in den letzten 15 Jahren verdoppelt. Gleichzeitig brechen 29 Prozent ihr Studium vorzeitig ab. Das zeigt, dass die Entscheidung für ein Studium nicht für alle Studienanfänger optimal ist. mehr

IW-DREF-Studentenwohnpreisindex
Gutachten, 2. Oktober 2017

Philipp Deschermeier / Björn Seipelt / Michael Voigtländer StudentenwohnpreisindexArrow

Die stetige Zunahme der Studentenzahlen sowie der Zuzug anderer Bevölkerungsgruppen aus dem In- und Ausland haben zu einer deutlichen Verschärfung der Situation am Wohnungsmarkt geführt. Die Folge sind teils rasant steigende Wohnkostenbelastungen, wie der neue Studentenwohnpreisindex des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und der Deutschen Real Estate Funds in Kooperation mit ImmobilienScout24 zeigt. mehr