Der Hamburg – Köln Express (HKX) ist erst die dritte Fernverbindung, die nicht von der Deutschen Bahn betrieben wird - und die erste, die zwei Metropolen verbindet. Der HKX fährt die Strecke in der gleichen Zeit wie die Züge der Deutschen Bahn. Preislich liegt er in der Region, die Fahrgäste mit einer Bahncard 50 erreichen können. Die private Konkurrenz will daher vor allem mit Service punkten und Kunden ohne Bahncard ein preislich attraktives Angebot bieten.

Damit wird der Versuch gestartet, in die letzte Bastion des früheren Bahnmonopols einzudringen. Bislang fand Wettbewerb im Fernverkehr praktisch nicht statt. Die Deutsche Bahn AG hat hier einen Marktanteil von über 99 Prozent. Im Nahverkehr und im Güterverkehr ist der Wettbewerb in Deutschland hingegen sehr viel weiter, wovon das System Schiene als Ganzes profitiert hat. Das zeigt sich insbesondere im Personennahverkehr, der seit der Bahnreform von 1994 schrittweise liberalisiert wurde. Auf der umkämpften Kurzstrecke ist die Zahl der Fahrgäste seit 1994 um etwa 74 Prozent gestiegen, im Fernverkehr sank die Zahl der Fahrgäste hingegen.

Die Zahlen zeigen, dass sich der vermehrte Wettbewerb in Deutschland positiv ausgewirkt hat. Deutschland ist auch im europäischen Vergleich mit der Liberalisierung des Schienenverkehrs recht weit gekommen, während sich Frankreich beispielsweise nach wie vor stark abschottet. Dennoch zeigt der Start des HKX, dass es gerade im Fernverkehr noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt und die Markteintrittsbarrieren weiterhin hoch sind. Tatsächlich erfordert der Markteintritt einen langen Atem und hohe Investitionen in Züge und Personal. Daher sollte der Markteintritt von HKX genau beobachtet werden, um künftige Markteintritte zu erleichtern. Soweit es sich bisher sagen lässt, besteht sowohl beim Genehmigungsprozess des rollenden Materials als auch bei der Einbindung in ein einheitliches Buchungssystem Verbesserungspotential.