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Die Behauptung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, dass die Zahl der Hartz-IV-Kinder ausschließlich deshalb zurückgeht, weil auch die Zahl der Kinder insgesamt rückläufig ist, ist falsch. Denn auch der Anteil der Kinder unter 16 Jahren, die Hartz IV bekommen, nimmt ab, wenn auch nur leicht. So beträgt der Anteil heute nur noch 15,2 Prozent, nach 15,7 Prozent im Jahr 2005. Die gute Arbeitsmarktlage – auch für weniger Qualifizierte - spiegelt sich hierin wider.

Allerdings sinkt die Zahl der Hartz-IV-Haushalte mit Kindern weniger schnell als die Zahl der „Bedarfsgemeinschaften“ ohne Kinder. Weil aber ein Single schon von einem Mindestlohn-Job leben kann, ein Vater oder eine Mutter mit Familie nicht, muss der Staat weiter in die Bresche springen.

Mit Kinderarmut hat die Frage der Abhängigkeit von Transferleistungen ohnehin nur bedingt zu tun. So ist das Arbeitslosengeld II für Alleinerziehende dank diverser Zuschläge so hoch, dass sie allein mit der Stütze über die Armutsgrenze hinweg kommen. Bei anderen Haushalten reicht bereits ein Minijob in der Kombination mit Hartz IV, um der Armut zu entgehen.

Ansprechpartner

15. März 2017

Interview „Es wäre unfassbar schädlich“Arrow

Als Regierungschef formulierte Gerhard Schröder 2003 die Agenda 2010. Heute wollen die Sozialdemokraten Teile der Reform am liebsten rückgängig machen. IW-Arbeitsmarktexperte Holger Schäfer erklärt im iwd-Interview, warum damit keinem geholfen wäre. mehr auf iwd.de

14. März 2017

Arbeitsmarkt Die Agenda 2010 – ein Reformpaket im FokusArrow

Heute werden die Reformen, die die rot-grüne Bundesregierung unter Gerhard Schröder ab 2003 umsetzte, oft auf „Hartz IV“ reduziert – tatsächlich aber besteht die Agenda 2010 aus einem umfangreichen Reformpaket. Neben den Neuerungen auf dem Arbeitsmarkt und in der Rentenversicherung – von denen das IW Köln die wichtigsten auflistet und bewertet – gab es noch zahlreiche Reformen in der Gesundheits- und der Finanzpolitik. mehr auf iwd.de

Interview, 13. März 2017

Holger Schäfer auf mdr.de „Fehlanreize verfestigen Arbeitslosigkeit”Arrow

Die SPD will mehr Arbeitslosen länger ALG I zahlen. Zugleich plant sie einen Rechtsanspruch auf Qualifizierung. Für ALG-II-Empfänger soll das Schonvermögen verdoppelt werden. Der Wirtschaftswissenschaftler Holger Schäfer von Institut der deutschen Wirtschaft Köln sieht die Pläne kritisch. Er warnt, Alimentierung verfestige Arbeitslosigkeit. Außerdem rechnet er mit höheren Kosten als von der SPD veranschlagt. mehr