Wie viele Sanktionen ausgesprochen werden, hängt von drei Faktoren ab: 1. von der Zahl der Hilfeempfänger, die gegen gesetzliche Pflichten verstoßen; 2. von der Intensität, mit der sich die Job-Center um die Hilfeempfänger kümmern und 3. von der Zahl der Job-Angebote, die die Fallmanager den Arbeitslosen machen können.

Bei den beiden letzten Faktoren hat sich einiges getan: Arbeitslosengeld-II-Empfänger können mittlerweile intensiver betreut werden – ihre Zahl ist seit 2008 von 5 Millionen auf gegenwärtig nur noch 4,3 Millionen gesunken. Außerdem haben die Job-Center aufgrund der guten Arbeitsmarktlage mehr Angebote, die sie den Arbeitslosen unterbreiten können.

Aus diesen Gründen steigt die Zahl der Sanktionen in Zeiten des wirtschaftlichen Booms traditionell an, während sie in der Rezession zurückgeht. Und noch etwas andere sollte bei der Bewertung der Sanktionen nicht falsch interpretiert werden: Zwar wurden die meisten Sanktionen für Meldeversäumnisse verhängt und nicht wegen der Weigerung, ein Arbeitsangebot anzunehmen. Doch hinter dem Versäumnis, beim Job-Center überhaupt vorstellig zu werden, kann sich durchaus verbergen, dass sich ein Arbeitsloser weigert, ein Job-Angebot anzunehmen.