Der Abschluss sieht unter anderem vor, die Entgelte in diesem Frühjahr nicht zu erhöhen, sondern bis zum Jahresende fortzuschreiben. Außerdem können die Arbeitgeber das mit dem letzten Tarifabschluss eingeführte tarifliche Zusatzentgelt (T-ZUG A) in Höhe von 27,5 Prozent eines Monatseinkommens sparen und allen Arbeitnehmern dafür freie Tage gewähren. Bisher bestand eine solche Wahloption nur für bestimmte Beschäftigungsgruppen. Die erweiterte Wahloption entlastet die Unternehmen finanziell. Die Arbeitnehmer bekommen zwischen sechs und acht zusätzliche freie Tage, die sie zur Betreuung ihrer Kinder nutzen können.

Pauschalzahlung von 350 Euro

Als finanziellen Ausgleich gewähren die Arbeitgeber eine Pauschalzahlung von 350 Euro je Beschäftigen. Die genaue Verwendung dieses „tariflichen Zuschusses“ wird von den Betriebsparteien geregelt. Dadurch entsteht die Möglichkeit, den Betrag nicht mit der Gießkanne ausschütten zu müssen, sondern so gezielt, dass soziale Härten durch Kurzarbeit oder kinderbetreuungsbedingte Arbeitsausfälle vermieden werden können. Eine Differenzierungsklausel sieht vor, dass nicht für Härtefälle benötigte Mittel am Ende des Jahres von Unternehmen einbehalten werden können, die in wirtschaftlichen Schwierigkeiten stecken. 

Mehr Freiräume auf Betriebsebene

Damit ist der Abschluss in zweierlei Hinsicht zukunftsweisend: Erstens räumt er der Betriebsebene mehr Freiräume ein. Ein langwieriges Einbeziehen der Tarifpartner ist nicht vorgesehen. Und zweitens schafft er zusätzliche Differenzierungsmöglichkeiten. Die Betriebe können dadurch schnell und individuell auf die Krise reagieren.