Dass die Zahl der ermittelten Gründer mehr als doppelt so hoch liegt wie die Zahl der im vergangenen Jahr gegründeten Unternehmen, liegt vor allem daran, dass auch Nebenerwerbsgründer mitgezählt wurden. Zudem gibt es aufgrund von Teamgründungen mehr neue Selbstständige als neue Betriebe angemeldet werden.

Ein Hauptgrund für den Negativrekord dürfte sein, dass die Arbeitsagentur ihre Förderung für arbeitslose Gründer zurückgeschraubt hat. Im Jahr 2012 gab es nur noch rund 20.000 Bewilligungen – und damit lediglich ein Sechstel der 2011 gewährten Gründungszuschüsse.

Dies hat allerdings auch einen positiven Aspekt: Nahezu die Hälfte der Gründer gab zuletzt an, aus Überzeugung zu handeln, sprich an die Chancen der eigenen Geschäftsidee zu glauben. In den Vorjahren überwogen dagegen die „Gründer aus Not“, also Menschen, die sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig machten.

Dass die Gründerzahlen zurückgehen, dürfte nicht zuletzt an der sinkenden Arbeitslosigkeit in Deutschland liegen. Denn die verbesserten Chancen auf dem Arbeitsmarkt halten gerade gut Ausgebildete von einer risikoreichen Gründung ab.

Da die demografische Entwicklung und der Fachkräftemangel in den kommenden Jahren die wirtschaftliche Lage in Deutschland bestimmen werden, spricht wenig für einen baldigen Anstieg des Gründungsgeschehens. Umso wichtiger ist es, dass die Politik Gründungshürden wie hohe bürokratische Auflagen und Finanzierungshemmnisse für junge Unternehmen abbaut.