Griechenland Image
Quelle: Fotolia

Zunächst einmal ist ein Investitionsprogramm nötig, das sich vorwiegend aus den schon bestehenden EU-Töpfen und neuen Krediten der Europäischen Investitionsbank finanzieren ließe. Schon ein rund 10 Milliarden Euro schweres Paket, das sich über zwei oder mehr Jahre erstrecken könnte, würde fürs erste reichen für die kleine griechische Wirtschaft, die auf ein Bruttoinlandsprodukt von 230 Milliarden Euro kommt. Das würde Griechenland wichtige kurzfristige Wachstumsimpulse geben und wäre – bei einer Investition in zukunftsträchtige Wirtschaftsstrukturen – auch langfristig gut angelegtes Geld.

Doch auch das griechische Reformprogramm selbst wird, wenn es denn konsequent umgesetzt wird, in einigen Jahren neue und starke Impulse schaffen. Denn es geht vielen stark regulierten Märkten an den Kragen und löst alte Verkrustungen der griechischen Wirtschaft auf. Die Erfahrung mit vielen anderen Ländern zeigt: Solche Reformen führen zwar kurzfristig häufig in ein Tal, danach geht es wirtschaftlich aber wieder kräftig aufwärts. Diese Perspektive muss die Regierung in Athen ihren Bürgern offensiv aufzeigen, damit die Menschen dort wieder eine Perspektive sehen.

Zusätzlich müssen Papandreou und Co. für mehr Steuergerechtigkeit sorgen. Wohlhabende sollten stärker an der Finanzierung des defizitären Staates beteiligt werden. Auch sollten die politische Führungsriege den Mut haben, klar zu sagen, dass so gut wie alle Griechen in den Jahren vor der Krise durch weit überzogene Lohnerhöhungen von einem Boom profitiert haben, der weitgehend auf Pump aus dem Ausland finanziert war.

Nicht zuletzt ist die Einsicht vonnöten, dass es keine Alternative zum harten Kurs der Regierung gibt. Denn allein zwischen 2005 und 2009 stiegen die Staatsausgaben in Griechenland um sage und schreibe 9 Prozentpunkte von 43,8 Prozent auf 52,7 Prozent des BIP.

In der Falle der niedrigen Zinsen
Gastbeitrag, 27. April 2017

Hubertus Bardt auf n-tv.de In der Falle der niedrigen ZinsenArrow

Die Europäische Zentralbank berät wieder über die Leitzinsen. Sie werden wohl auf ihrem Rekordtief bleiben. Durch diese Politik gerät das zentrale Problem im Euroraum in Vergessenheit: die extrem hohen Staatsschulden. Ein Gastkommentar auf n-tv.de von Hubertus Bardt, Geschäftsführer im Institut der deutschen Wirtschaft Köln. mehr

Die EU nicht dem Handel mit den Briten opfern
Gastbeitrag, 19. April 2017

Michael Hüther in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Die EU nicht dem Handel mit den Briten opfernArrow

Sosehr der Verlust der zweitgrößten europäischen Volkswirtschaft schmerzt, ein Untergang der europäischen Idee ist mit dem Brexit ebenso wenig verbunden wie ein ökonomisches oder gar politisches Desaster für Deutschland. Ein Gastbeitrag von IW-Direktor Michael Hüther in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. mehr

13. April 2017

Frankreich Viel Arbeit für den WahlsiegerArrow

Wen auch immer die Franzosen Anfang Mai zu ihrem neuen Staatsoberhaupt küren – er oder sie steht in jedem Fall vor großen wirtschaftspolitischen Herausforderungen. Vor allem in den Bereichen Arbeitsmarkt und öffentliche Finanzen sind weitere Reformen nötig. mehr auf iwd.de