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Die Gesetzliche Krankenversicherung schwimmt im Geld – tatsächlich sind es aber vor allem einzelne Kassen. Denn von dem 9,5 Milliarden Euro schweren Polster des Gesundheitsfonds verbleiben nach Abzug der gesetzlichen Mindestreserve und der Rückstellung für den zusätzlichen Sozialausgleich nur rund 4,5 Milliarden Euro Überschuss. Aber weitere knapp 10 Milliarden Euro schlummern auf den Konten einzelner Krankenkassen. Laut Gesetz dürfen die Krösusse unter den gesetzlichen Krankenversicherern aber nur das 1,5-Fache einer Monatsausgabe als Rücklage horten. Die Versicherungsaufsicht ist bereits auf den Plan gerufen.

Statt über den Umweg des Aufsichtsrechts können die wohlhabenden Kassen auch auf direktem Weg dazu gebracht werden, überschüssige Rücklagen an die Mitglieder zurückzuzahlen. Sobald der Gesundheitsminister den Beitragssatz so weit senkt, dass die Mittel aus dem Gesundheitsfonds weniger als 100 Prozent decken, müssen klamme Kassen Zusatzprämien erheben. Im Wettbewerb um Marktanteile dürften dann aber nicht nur jene Kassen die Nase vorne haben, die aufgrund ihrer bisher gesammelten Rücklagen zunächst auf eine Prämie verzichten können. Vor allem solche, die Beiträge zurück erstatten können, dürften gewinnen.

IW policy paper
IW policy paper, 27. März 2017

Susanna Kochskämper Grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung bietet viele PotenzialeArrow

Warum wissen so wenige Patienten, dass sie sich auch im EU-Ausland medizinisch behandeln lassen dürfen – zu den gleichen Konditionen wie im Inland und ohne zusätzliche Auslandskrankenversicherung? Und warum wird diese Möglichkeit bisher so wenig genutzt, obwohl die nationalen Gesundheitssysteme davon profitieren könnten? mehr

Finanzierungslücke in der Kranken- und Pflegeversicherung
IW-Pressemitteilung, 27. März 2017

Kranken- und Pflegeversicherung Große Finanzierungslücke drohtArrow

Der demografische Wandel führt dazu, dass die Ausgaben der Kranken- und Pflegeversicherung in den nächsten Jahrzehnten steigen und die Einnahmen sinken werden. Bei gleichbleibendem Leistungsniveau ist deshalb langfristig mit einer deutlichen Erhöhung der Beitragssätze zu rechnen, wie eine IW-Studie zeigt. mehr