Gesetzliche Frauenquote Image
Frauen Quelle: Frank – Fotolia

Ab 2016 sollen die größten 108 voll mitbestimmungspflichtigen und börsennotierten Unternehmen neue Aufsichtsratspositionen zu mindestens 30 Prozent mit Frauen besetzen. Ansonsten bleiben die Aufsichtsratssitze leer – so die Drohung von Familienministerin Manuela Schwesig und Justizminister Heiko Maas.

Mit diesen Regierungsplänen werden bisherige Fortschritte in der Wirtschaft in keiner Weise honoriert. Ganz im Gegenteil: Das geplante Gesetz ist ein klares Signal, dass die Eigeninitiative der Wirtschaft nach Ansicht der Politik nicht ausreicht. Und das, obwohl sich in Deutschland ein positiver Trend hin zu mehr weiblichen Führungskräften zeigt.

Noch immer gibt es allerdings strukturelle Hindernisse, die Frauen in der Regel stärker als Männer treffen, wenn sie Karriere machen wollen – beispielsweise bei der Kinderbetreuung. Zudem gibt es gerade in der Industrie schlichtweg nicht genügend weibliche Bewerber um Führungsaufgaben. Denn Frauen entscheiden sich in ihrer Berufswahl seltener für die sogenannten MINT-Berufe, also Jobs im Bereich der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Das geplante Gesetz kämpft also nur gegen ein Symptom und beachtet seine vielfältigen Ursachen nicht. Das ist gefährlich, denn Verhaltensstudien zeigen, dass dies den Betriebsfrieden stören kann. Denn sowohl weiblichen als auch männlichen Beschäftigten ist es schwer zu vermitteln, dass das Geschlecht und nicht allein die Leistung für eine Beförderung ausschlaggebend ist.

Ansprechpartner

1. November 2017

Wido Geis / Katrin Orth Ohne Männer keine GeburtenArrow

Wie viele Kinder in einer Region geboren werden, hängt signifikant mit dem Geschlechterverhältnis vor Ort zusammen. Dem trägt die Statistik bislang allerdings kaum Rechnung, weil sie nur die Kinder pro Frau ausweist. mehr auf iwd.de

18. Oktober 2017

Sarah Pierenkemper Weibliche Flüchtlinge gezielt integrieren Arrow

Die Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt ist eine große Herausforderung – das gilt vor allem für weibliche Flüchtlinge. Denn zu den vielen Aufgaben, die Migranten in Deutschland meistern müssen, kommt für den Großteil der Frauen noch etwas Spezifisches hinzu: die Vereinbarkeit von familiären und beruflichen Pflichten. mehr auf iwd.de

Gutachten, 4. Oktober 2017

Wido Geis / Bernhard Koldert / Axel Plünnecke / Michael Thöne Kosten und Nutzen lokaler FamilienzeitpolitikArrow

Zeit ist ein entscheidender Faktor dafür, wie gut das Familienleben gelingt. Kommt es zu Zeitkonflikten und Stress, schadet das nicht nur den betroffenen Personen selbst, sondern belastet die Familie als Ganzes. Zudem führen Zeitkonflikte häufig dazu, dass insbesondere Mütter nicht im von ihnen gewünschten Umfang erwerbstätig werden und ihre berufliche Entwicklung vorantreiben können. mehr