Gesetzliche Frauenquote Image
Frauen Quelle: Frank – Fotolia

Ab 2016 sollen die größten 108 voll mitbestimmungspflichtigen und börsennotierten Unternehmen neue Aufsichtsratspositionen zu mindestens 30 Prozent mit Frauen besetzen. Ansonsten bleiben die Aufsichtsratssitze leer – so die Drohung von Familienministerin Manuela Schwesig und Justizminister Heiko Maas.

Mit diesen Regierungsplänen werden bisherige Fortschritte in der Wirtschaft in keiner Weise honoriert. Ganz im Gegenteil: Das geplante Gesetz ist ein klares Signal, dass die Eigeninitiative der Wirtschaft nach Ansicht der Politik nicht ausreicht. Und das, obwohl sich in Deutschland ein positiver Trend hin zu mehr weiblichen Führungskräften zeigt.

Noch immer gibt es allerdings strukturelle Hindernisse, die Frauen in der Regel stärker als Männer treffen, wenn sie Karriere machen wollen – beispielsweise bei der Kinderbetreuung. Zudem gibt es gerade in der Industrie schlichtweg nicht genügend weibliche Bewerber um Führungsaufgaben. Denn Frauen entscheiden sich in ihrer Berufswahl seltener für die sogenannten MINT-Berufe, also Jobs im Bereich der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Das geplante Gesetz kämpft also nur gegen ein Symptom und beachtet seine vielfältigen Ursachen nicht. Das ist gefährlich, denn Verhaltensstudien zeigen, dass dies den Betriebsfrieden stören kann. Denn sowohl weiblichen als auch männlichen Beschäftigten ist es schwer zu vermitteln, dass das Geschlecht und nicht allein die Leistung für eine Beförderung ausschlaggebend ist.

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Mütter kehren früher in den Job zurück
IW-Kurzbericht, 23. Juni 2017

Wido Geis Mütter kehren früher in den Job zurückArrow

Zwischen 2006 und 2014 ist der Anteil der Mütter, die im zweiten Lebensjahr des Kindes arbeiten, von 34,6 Prozent auf 42,8 Prozent gestiegen, während der Anteil der im ersten Lebensjahr arbeitenden Mütter von 22,5 Prozent auf 8,5 Prozent gesunken ist. Damit hat das Elterngeld sein Ziel erreicht. mehr

Mehr Kitaplätze? Ja, aber nicht zulasten der Qualität!
Gastbeitrag, 8. Juni 2017

Wido Geis auf xing.com Mehr Kitaplätze? Ja, aber nicht zulasten der Qualität!Arrow

Auch nach Inkrafttreten des gesetzlichen Anspruchs auf Kinderbetreuung für Einjährige stehen Eltern oft ohne Kita-Platz da. Einer Studie zufolge fehlen 300.000 Plätze – und der Bedarf steigt weiter. Ein Gastbeitrag von IW-Ökonom Wido Geis auf xing.com. mehr

7. Juni 2017

Kommentar von Ulrike Detmers „Wir sind noch nicht auf der Zielgeraden“Arrow

Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist zwar vorangekommen, aber noch lange nicht erreicht. Dieses Fazit zieht Ulrike Detmers, Mitglied der Geschäftsführung und Gesellschafterin der Mestemacher-Gruppe. Im iwd-Kommentar benennt die BWL-Professorin fünf notwendige Prämissen, die Frauen den Weg ins Topmanagement ebnen. mehr auf iwd.de