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Nötig geworden war diese Maßnahme aufgrund der starken Verunsicherung auf dem Interbankenmarkt. Die Kreditinstitute des Euroraums hatten sich in letzter Zeit untereinander immer weniger vertraut und kaum noch gegenseitig mit Liquidität versorgt. Stattdessen lagerten die Banken ihr Geld bei der EZB. Ob die Europäische Zentralbank mit dieser Maßnahme nachhaltigen Erfolg erzielt, ist allerdings fraglich. Mit der Bereitstellung der Gelder sorgt sie zwar dafür, dass die Banken weiterhin liquide bleiben, doch weder die Schuldenkrise der Länder noch die Vertrauenskrise unter den Banken werden mit diesem Refinanzierungspaket gelöst. Es ist sogar zu befürchten, dass die Kreditinstitute das frische Geld nicht zur gegenseitigen Kreditvergabe nutzen, um es dann beispielsweise in europäische Staatsanleihen zu investieren, sondern dass sie es wieder bei der Zentralbank deponieren.

Unterm Strich ist die Liquiditätsoffensive der EZB deshalb nur als Tropfen auf den heißen Stein zu werten. Denn die Ursache des mangelnden Vertrauens der Banken untereinander, die Euro-Krise, löst die EZB mit ihrer Aktion nicht. Dies zeigte sich bereits am Mittwoch, als die Kurse spanischer und italienischer Anleihen wieder deutlich fielen. Die EZB kann mit ihrem Finanzierungsgeschäft höchstens ein psychologisches Signal setzen und die Angst der Märkte ein wenig lindern. Weil das aber auf Dauer nicht reichen dürfte, ist die nächste Liquiditätspritze bereits für den Februar angekündigt.

14. September 2017

Interview mit Markus J. Beyrer „Die Freiheiten in der EU fallen nicht von den Bäumen“Arrow

Die künftige Bundesregierung muss die Fahne des Freihandels hochhalten und sollte den vorhandenen finanziellen Spielraum für mehr Investitionen nutzen, sagt Markus J. Beyrer im iwd-Interview. Der Österreicher ist Generaldirektor der europäischen Vereinigung der Industrie- und Arbeitgeberverbände BusinessEurope, zu dessen Mitgliedern die deutschen Organisationen BDA und BDI gehören. mehr auf iwd.de

Ein Bärendienst vom EU-Währungskommissar
Gastbeitrag, 12. September 2017

Jürgen Matthes im Weser-Kurier Ein Bärendienst vom EU-WährungskommissarArrow

EU-Währungskommissar Pierre Moscovici hat die Entscheidungsstrukturen beim Hilfsprogramm für Griechenland als „demokratischen Skandal“ bezeichnet. Diese Skandalisierung ist falsch, fehlgeleitet und scheinheilig, kommentiert IW-Währungsexperte Jürgen Mattes im Weser-Kurier. mehr

12. September 2017

Sandra Parthie Parteien wollen Europa reformierenArrow

Unabhängig vom Ausgang der Bundestagswahl steht eines schon jetzt so gut wie fest: Auch die künftige Regierung in Berlin wird der Europäischen Union grundsätzlich den Rücken stärken. Allerdings haben alle relevanten Parteien Vorschläge für Reformen in petto – und setzen dabei recht unterschiedliche Akzente. mehr auf iwd.de