Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern Image
Bereinigt um Faktoren wie Berufswahl und Erwerbspausen stehen Männer und Frauen auf der Gehaltstreppe etwa gleich weit oben. Foto: IPGGutenbergUKLtd/iStock

Bereits vor der Veröffentlichung der Zahlen für 2015 herrscht Aufregung um die bekannten Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern - laut Statistischem Bundesamt verdienten Männer im Jahr 2014 im Schnitt 22 Prozent mehr als Frauen. Dieser Unterschied ist zwar im Vergleich zum Ausland relativ hoch, gleichwohl sind Differenzen der Durchschnittslöhne zwischen Frauen und Männern auch im internationalen Kontext nicht aussagekräftig. Denn die Entgeltunterschiede spiegeln lediglich unterschiedliche Merkmale berufstätiger Frauen und Männer wider.

Die durchschnittliche Gehaltslücke von 22 Prozent reduziert sich merklich, wenn berücksichtigt wird, dass Frauen und Männer sich unterschiedliche Berufe und Arbeitgeber aussuchen sowie über ihre Arbeitszeiten und Erwerbspausen anders entscheiden. Um diese Faktoren bereinigt schrumpft der Abstand auf rund sieben Prozent, wie das Statistische Bundesamt für das Jahr 2010 auswies, wobei hier Unterschiede in den Erwerbspausen noch unberücksichtigt sind. Frühere Analysen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, aber auch des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) auf Basis des Sozio-ökonomischen Panels für das Jahr 2011 zeigen: Werden diese Faktoren auch berücksichtigt, lässt die Entgeltlücke sich nahezu vollständig durch objektive Faktoren erklären.

Ansprechpartner

8. März 2017

Frauenquote Dieser Weg wird steinig und schwerArrow

Seit Januar 2016 müssen in Deutschland börsennotierte Unternehmen freie Aufsichtsratsposten mit Frauen besetzen, bis ihr Anteil in diesem Gremium 30 Prozent ausmacht. Darüber hinaus gilt für die Privatwirtschaft und den öffentlichen Dienst das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Männern und Frauen an Führungspositionen – mit dem Ziel der Geschlechterparität. In den vergangenen beiden Jahren haben es zwar mehr Frauen in Aufsichtsräte, Vorstände und Leitungsstellen geschafft, aber bis hier ein Gleichgewicht erreicht ist, dürften noch einige Jahrzehnte vergehen. mehr auf iwd.de

IW-Kurzbericht, 8. März 2017

Wido Geis Töchter arbeiten weniger im Haushalt mitArrow

Mädchen im Teenageralter verbringen heute weniger Zeit mit Hausarbeit als noch vor zehn Jahren. Lag der Anteil der 15- bis 17-Jährigen, die im Schnitt über 45 Minuten am Tag mithelfen, zu Beginn des neuen Jahrtausends bei 68,2 Prozent, so sind es heute nur noch 45,7 Prozent. Damit haben die geschlechterspezifischen Rollenunterschiede der Kinder in der Familie deutlich abgenommen. mehr

Arbeitszeitwünsche von Frauen und Männern
IW-Kurzbericht, 17. Januar 2017

Holger Schäfer / Jörg Schmidt Arbeitszeitwünsche von Frauen und MännernArrow

Frauen und Männer haben unterschiedliche Präferenzen hinsichtlich des Umfangs ihrer Arbeitszeit. Eine Auswertung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) verdeutlicht, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine zentrale Ursache für divergierende Arbeitszeitwünsche darstellt. Allerdings unterscheiden sich die Wunscharbeitszeiten auch bei Frauen und Männern ohne Betreuungspflichten noch deutlich. mehr