Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern Image
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Alle Jahre wieder wird am „Equal Pay Day“ auf den unbereinigten Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern aufmerksam gemacht – und zwar an dem Tag, an dem der Unterschied durch die Frauen im Folgejahr „abgearbeitet“ wurde. In diesem Jahr ist das nach 80 Kalendertagen, also am 20. März 2015 der Fall.

Als Aufreger sind die 22 Prozent aber nicht geeignet, reduziert sich der Verdienstunterschied doch merklich, wenn Faktoren wie Berufs- und Arbeitgeberwahl, Merkmale der Arbeitsplätze sowie Entscheidungen über den Umfang der Arbeitszeit und Erwerbspausen berücksichtigt werden. Früheren Analysen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, aber auch des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels haben bereits ausführlich gezeigt: Die Entgeltlücke lässt sich nahezu vollständig durch diese Faktoren erklären.

Anlass für den Gesetzgeber, die Unternehmen in die Pflicht zu nehmen, über Entgelte Auskunft zu erteilen, gibt es daher objektiv betrachtet nicht. Auch die Vorstellung, Frauen würden systematisch bei der Lohnfindung gegenüber Männern benachteiligt, ist abwegig. Denn: Tarifverträge sind grundsätzlich geschlechtsneutral und Unternehmen sind darauf bedacht, dass ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die gezahlten Löhne als fair empfinden und Gehaltsunterschiede als sachgerecht akzeptieren. Unfaire Praktiken kommen ohnehin ans Licht und führen zu Enttäuschungen und Sanktionen seitens der Betroffenen, denn die wechseln das Unternehmen oder leisten weniger.

IW policy paper

Andrea Hammermann / Jörg Schmidt: Facetten des Gender Pay Gap – Empirische Evidenz auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels

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Ansprechpartner

8. März 2017

Frauenquote Dieser Weg wird steinig und schwerArrow

Seit Januar 2016 müssen in Deutschland börsennotierte Unternehmen freie Aufsichtsratsposten mit Frauen besetzen, bis ihr Anteil in diesem Gremium 30 Prozent ausmacht. Darüber hinaus gilt für die Privatwirtschaft und den öffentlichen Dienst das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Männern und Frauen an Führungspositionen – mit dem Ziel der Geschlechterparität. In den vergangenen beiden Jahren haben es zwar mehr Frauen in Aufsichtsräte, Vorstände und Leitungsstellen geschafft, aber bis hier ein Gleichgewicht erreicht ist, dürften noch einige Jahrzehnte vergehen. mehr auf iwd.de

IW-Kurzbericht, 8. März 2017

Wido Geis Töchter arbeiten weniger im Haushalt mitArrow

Mädchen im Teenageralter verbringen heute weniger Zeit mit Hausarbeit als noch vor zehn Jahren. Lag der Anteil der 15- bis 17-Jährigen, die im Schnitt über 45 Minuten am Tag mithelfen, zu Beginn des neuen Jahrtausends bei 68,2 Prozent, so sind es heute nur noch 45,7 Prozent. Damit haben die geschlechterspezifischen Rollenunterschiede der Kinder in der Familie deutlich abgenommen. mehr

Arbeitszeitwünsche von Frauen und Männern
IW-Kurzbericht, 17. Januar 2017

Holger Schäfer / Jörg Schmidt Arbeitszeitwünsche von Frauen und MännernArrow

Frauen und Männer haben unterschiedliche Präferenzen hinsichtlich des Umfangs ihrer Arbeitszeit. Eine Auswertung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) verdeutlicht, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine zentrale Ursache für divergierende Arbeitszeitwünsche darstellt. Allerdings unterscheiden sich die Wunscharbeitszeiten auch bei Frauen und Männern ohne Betreuungspflichten noch deutlich. mehr