Seit Monaten tobt der Handelsstreits zwischen China und den USA. Trotz der verhängten Zusatzzölle in Höhe von zehn Prozent auf Waren im Wert von 250 Milliarden US-Dollar erreichte das US-Handelsdefizit mit China mit 43 Milliarden US-Dollar im Oktober vergangenen Jahres einen neuen Rekordwert. US-Firmen importieren derweil fast unbeeindruckt von Zusatzzöllen weiter chinesische Waren – unter anderem um künftige Preissteigerungen zu umgehen. Denn ab März könnten die Zusatzzölle von zehn sogar auf 25 Prozent steigen, sollten sich die Parteien nicht einigen können. Auf der anderen Seite sind die US-Exporte nach China seit Juni in der Tendenz rückläufig, im Oktober lagen sie fast 30 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. 

Das steigende US-Handelsdefizit mit China spricht dafür, dass es beim Treffen in Peking keine Einigung im Handelsstreit geben wird – schließlich ist die aktuelle Entwicklung ganz und gar nicht im Sinne des US-Präsidenten. Hinzu kommt: Die wichtigsten US-Minister sind nicht einmal angereist. Die US-Politik konzentriert sich momentan eher auf die Diskussion um die Mauer an der mexikanischen Grenze, die Trump anstrebt, und den damit verbundenen „Shutdown“ der US-Verwaltung, der bereits über zwei Wochen andauert. 

Die deutsche Wirtschaft beobachtet besorgt diese Entwicklungen. Jede weitere Eskalation des Konflikts gefährdet internationale Wertschöpfungsketten und somit das deutsche Geschäftsmodell. Das zeigen auch die Ergebnisse einer IW-Studie, die untersucht, welche Auswirkungen es haben könnte, wenn sich der Handelskonflikt zuspitzt: Mehr als 40 Prozent der befragten 1.111 deutschen Unternehmen erwarten einen Rückgang der Beschäftigung und Produktion in Deutschland, wenn es zu einer weiteren Verschärfung des Handelskonflikts kommt.