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In Frankreich schrumpft die Wettbewerbsfähigkeit seit Jahren. Französische Unternehmen können dem internationalen Wettbewerb nicht mehr standhalten und verlieren Weltmarktanteile. Der Leistungsbilanzsaldo schrumpft seit 2001 und ist seit 2005 negativ. Das Defizit in der Bilanz erreichte 2012 einen Rekordwert.

Nicht nur die Europäische Kommission zeigt sich von dieser Entwicklung besorgt. Auch die OECD empfiehlt der französischen Regierung eine Reihe von Reformen, unter anderem die Förderung von Forschung und Innovationen, die Vereinfachung des Steuersystems aber auch weitere Maßnahmen zur Flexibilisierung des Arbeitsmarktes. Zu Recht. Denn trotz der jüngsten Arbeitsmarktreform ist der französische Arbeitsmarkt mit hohem Mindestlohn und kurzen Arbeitszeiten international kaum wettbewerbsfähig und die Arbeitslosigkeit nimmt weiter zu.

Da hilft es nicht, dass auch von französischer Seite immer wieder argumentiert wird, dass dem hohen Leistungsbilanzüberschuss Deutschlands zwangsläufig Defizite in anderen Ländern gegenüber stehen. Schließlich werden steigende Löhne hierzulande die Binnennachfrage ankurbeln und den Leistungsbilanzüberschuss von der Importseite her reduzieren. Doch wenn Länder wie Frankreich ihre Wettbewerbsposition nicht verbessern, wird ihnen das auch nicht viel nützen. Denn ohne weitreichende Reformen werden ihre Leistungsbilanzdefizite gegenüber anderen Exportnationen wie China weiter zunehmen – ganz gleich, ob Deutschland seinen Überschuss abbaut oder nicht.

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14. November 2017

Cornelius Bähr M+E-Industrie: Wettbewerb im WandelArrow

Durch die Globalisierung wurden die Karten auf den Gütermärkten neu gemischt. In der Metall- und Elektro-Industrie konnten neue Wettbewerber substanziell Marktanteile hinzugewinnen. Deutschland hat durch eine hohe Exportorientierung und eine starke Integration in grenzüberschreitende Produktionsnetzwerke seine gute Position gehalten. mehr auf iwd.de

Auch EU-Partner profitieren vom deutschen US-Exporterfolg
IW-Kurzbericht, 5. Oktober 2017

Manuel Fritsch / Galina Kolev / Jürgen Matthes Auch EU-Partner profitieren vom deutschen US-ExporterfolgArrow

Im Rahmen der Debatte über das US-Leistungs­bilanzdefizit fokussiert Donald Trump seine Kritik immer wieder auf Deutschland. Doch im Fall eines Handelskriegs wäre Deutschland nicht allein davon betroffen. Denn in den EU-Partnerländern hängen hunderttausende Arbeitsplätze über die Vorleistungsverflechtung an den deutschen US-
Exporten. mehr

29. August 2017

Matthias Diermeier / Henry Goecke / Adriana Neligan Riskante RohstoffquellenArrow

Vor allem die deutsche Industrie ist auf Rohstofflieferungen aus dem Ausland angewiesen. Der Wert dieser Importe hat sich zwischen 1995 und 2011 verfünffacht. Auch der Anteil der Einfuhren aus politisch und wirtschaftlich besonders risikobehafteten Ländern ist gestiegen – auf mittlerweile deutlich über 60 Prozent. mehr auf iwd.de