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In Frankreich schrumpft die Wettbewerbsfähigkeit seit Jahren. Französische Unternehmen können dem internationalen Wettbewerb nicht mehr standhalten und verlieren Weltmarktanteile. Der Leistungsbilanzsaldo schrumpft seit 2001 und ist seit 2005 negativ. Das Defizit in der Bilanz erreichte 2012 einen Rekordwert.

Nicht nur die Europäische Kommission zeigt sich von dieser Entwicklung besorgt. Auch die OECD empfiehlt der französischen Regierung eine Reihe von Reformen, unter anderem die Förderung von Forschung und Innovationen, die Vereinfachung des Steuersystems aber auch weitere Maßnahmen zur Flexibilisierung des Arbeitsmarktes. Zu Recht. Denn trotz der jüngsten Arbeitsmarktreform ist der französische Arbeitsmarkt mit hohem Mindestlohn und kurzen Arbeitszeiten international kaum wettbewerbsfähig und die Arbeitslosigkeit nimmt weiter zu.

Da hilft es nicht, dass auch von französischer Seite immer wieder argumentiert wird, dass dem hohen Leistungsbilanzüberschuss Deutschlands zwangsläufig Defizite in anderen Ländern gegenüber stehen. Schließlich werden steigende Löhne hierzulande die Binnennachfrage ankurbeln und den Leistungsbilanzüberschuss von der Importseite her reduzieren. Doch wenn Länder wie Frankreich ihre Wettbewerbsposition nicht verbessern, wird ihnen das auch nicht viel nützen. Denn ohne weitreichende Reformen werden ihre Leistungsbilanzdefizite gegenüber anderen Exportnationen wie China weiter zunehmen – ganz gleich, ob Deutschland seinen Überschuss abbaut oder nicht.

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IWF-Kritik: Suche nach einer Geschichte
Gastbeitrag, 19. Juni 2017

Michael Hüther im Wirtschaftsdienst IWF-Kritik: Suche nach einer GeschichteArrow

Folgt man der Berichterstattung, dann muss man den Eindruck gewinnen, der Internationale Währungsfonds (IWF) habe sich in seinem Deutschland-Bericht (Artikel IV Konsultationen) vom Mai 2017 ausschließlich mit dem Leistungsbilanzüberschuss beschäftigt, um daraus die Empfehlung höherer staatlicher Kreditaufnahme abzuleiten. mehr

Deutsche Investitionen im Fokus der internationalen Politik
IW-Kurzbericht, 7. Juni 2017

Michael Grömling Deutsche Investitionen im Fokus der internationalen PolitikArrow

Die hohen deutschen Leistungsbilanzüberschüsse werden heftig kritisiert. Als Erklärung wird unter anderem eine zu schwache Investitionstätigkeit in Deutschland angeführt. Dieser Zusammenhang ignoriert jedoch die Internationalisierung der Investitions- und Produktionsstandorte sowie intertemporale Spar- und Investitionsentscheidungen. mehr

31. Mai 2017

Michael Grömling 50 Jahre magisches ViereckArrow

Das vor 50 Jahren erlassene Stabilitätsgesetz hat vier ökonomische Ziele in den Fokus gerückt, die von der Wirtschaftspolitik anzustreben sind. Doch wie gut ist es Deutschland seither wirklich gelungen, niedrige Arbeitslosigkeit, geringe Inflation, außenwirtschaftliches Gleichgewicht und stetiges Wirtschaftswachstum in Einklang zu bringen? Das magische Viereck im Überblick. mehr auf iwd.de