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„Die EU-Kommission hat uns nicht zu diktieren, was wir zu machen haben“, hat Hollande Ende Mai erklärt. Beobachter befürchteten damals, dass die neuen Regeln für eine solidere Finanzpolitik, die sich die Eurozone unter den Eindrücken der Krise gegeben hat, gleich wieder mit Füßen getreten werden. Diese Befürchtungen sind zwar nicht ganz vom Tisch, doch zwei Fakten relativieren sie deutlich:

Erstens hat Frankeich zwar laut das vermeintliche Diktat der EU-Kommission beklagt, aber am Ende kaum etwas Nennenswertes an den Reformvorgaben geändert.

Zweitens will Paris mit dem Sparen endlich Ernst machen: Im nächsten Jahr sollen die Staatausgaben erstmals seit langem leicht gekürzt werden.

Hollande nutzt seine fragwürdige Rhetorik allem Anschein nach nur, damit der reformunwillige linke Flügel der sozialistischen Regierungspartei nicht rebelliert. Dabei stünden ihm gute Argumente zur Verfügung, um auch die Linken auf Linie zu bringen: Wenn Paris wieder seine alte Führungsrolle zurückerlangen will, muss es die ökonomischen Realitäten anerkennen. Dies gilt umso mehr, als Frankreich „too big to save“ ist – im Pleitefall könnte es von den anderen Staaten der Eurozone aufgrund seiner schieren Größe nicht gerettet werden.

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20. November 2017

Interview mit Michael Sket „Wir können uns in der Eurozone noch nicht zurücklehnen“Arrow

Als es galt, die europäischen Krisenstaaten vor der Pleite und die Währungsunion vor dem Zerfall zu bewahren, stabilisierte Michael Sket, inzwischen Wirtschaftsanalyst für Italien, Malta und Polen bei der EU-Kommission, zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen den Staatenverbund mit dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Im iwd-Interview spricht Sket über Griechenland, das Verhältnis der Deutschen zu den Italienern und die Rolle des Internationalen Währungsfonds. mehr auf iwd.de

17. November 2017

Jürgen Matthes Europa zwischen Komfortzone und KrisenherdArrow

Das Erstarken populistischer Parteien, Terrorangriffe und nicht zuletzt das Brexit-Votum haben die Europäische Union gehörig durcheinandergeschüttelt. Doch es gibt auch Lichtblicke: Die Begeisterung für den europäischen Staatenverbund war schon lange nicht mehr so groß wie heute. Gleichwohl gibt es in vielen Punkten Verbesserungsbedarf. Dieser Beitrag bildet den Auftakt einer Serie zur Zukunft der EU auf iwd.de. mehr auf iwd.de

Brexit-Verhandlungen: „Jeder Deal wäre besser als kein Deal”
Interview, 13. November 2017

Michael Hüther im Deutschlandfunk Brexit-Verhandlungen: „Jeder Deal wäre besser als kein Deal”Arrow

Mit dem bisherigen Gesprächstempo werde es eng für einen kontrollierten Brexit, sagte der Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln, Michael Hüther, im Interview mit dem Deutschlandfunk. Die Briten hätten mit ihrer bisherigen „Strategielosigkeit” die Chance vertan, die Trennung konstruktiv zu gestalten. mehr