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Einerseits bescheinigen die Experten Deutschland in ihrem Bericht einige Erfolge im Bereich der Forschung und Innovation. Deutschland hat nämlich das von den EU-Mitgliedsländern beschlossene „Drei-Prozent-Ziel“ fast erreicht: Der Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) der Wirtschaft, der Hochschulen und der außeruniversitären Forschungseinrichtungen stieg 2011 auf 2,9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP).

Andererseits steht die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung aber immer noch aus. Damit gehört Deutschland zu den wenigen Ländern weltweit, die die Forschungsleistung ihrer Unternehmen nicht über Steueranreize fördern. Das kann sich im internationalen Wettbewerb als Nachteil erweisen: Zwar ist Deutschland nach wie vor ein attraktiver Forschungsstandort für ausländische Unternehmen. Nach den USA ist die Bundesrepublik das zweitwichtigste Zielland für ausländische FuE-Investitionen. Doch der Auslandsanteil der FuE-Ausgaben deutscher Unternehmen steigt – und das besonders in Spitzentechnologiesektoren wie der Pharmaindustrie. Deren FuE-Ausgaben im Ausland haben sich von 2003 bis 2009 mehr als verdoppelt.

Will Deutschland auch in Zukunft zu den führenden Innovationsnationen gehören, reicht die Orientierung am 3-Prozent-Ziel nicht aus, mahnt die EFI. Die Experten empfehlen, dass die nationale Forschungsintensität bis 2020 auf 3,5 Prozent des BIP ansteigen sollte. Ohne die seit Jahren avisierte steuerliche Forschungsförderung ist das wohl kaum möglich.

Ansprechpartner

25. Juli 2017

Interview mit Oliver Koppel „NRW verschläft den Strukturwandel seit Jahrzehnten“Arrow

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat die Innovationskraft der deutschen Regionen analysiert. Demnach forscht der Süden auf Weltniveau, doch der Rest hinkt deutlich hinterher. Vor allem NRW nutzt sein Potenzial nicht. Wie die Politik gegensteuern kann, erklärt Oliver Koppel, IW-Wissenschaftler im Kompetenzfeld Zuwanderung und Innovation, im iwd-Interview. mehr auf iwd.de

Innovationen
Pressemitteilung, 24. Juli 2017

Oliver Koppel Innovationsatlas: Nur im Süden WeltspitzeArrow

Relativ wenige Wirtschaftsräume in Bayern und Baden-Württemberg dominieren die deutsche Innovationslandschaft und liegen international auf Spitzenniveau. In den meisten deutschen Regionen wird jedoch deutlich zu wenig in Forschung investiert, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Doch die Politik kann gezielt gegensteuern. mehr

IW-Analyse, 24. Juli 2017

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Wo liegen die deutschen Regionen mit der höchsten Innovationskraft? Anhand von eigens entwickelten Indikatoren hat das IW Köln ermittelt, wo die Rahmenbedingungen für Innovationen besonders gut sind – und wo noch Nachholbedarf besteht. mehr