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Dem Buchstaben des Gesetzes nach sollte die Föderalismusreform von 2006 den Bund stärker aus der Hochschulfinanzierung heraushalten und die Eigenverantwortung der Länder stärken. So wurde beispielsweise die gemeinschaftliche Finanzierung von Hochschulbauten gestrichen. Tatsächlich aber beteiligte sich der Bund mit rund 3,4 Milliarden Euro im Jahr 2011 so stark wie nie zuvor an der Finanzierung der Hochschulen – und dies sehr erfolgreich. Rund 182.000 zusätzliche Studienanfänger wurden seit 2005 mit dem Hochschulpakt in die Hörsäle gebracht.

Die international viel beachtete Exzellenzinitiative hat den Wettbewerb belebt und dabei neue Einrichtungen für Spitzenforschung und Lehre hervorgebracht, so beispielsweise das Karlsruher Institut für Technologie KIT, ein Zusammenschluss der Universität Karlsruhe mit dem Karlsruher Forschungszentrum.

Allerdings sind diese produktiven Kooperationen von Bund und Ländern begrenzt: Der Hochschulpakt endet 2020, die Exzellenzinitiative 2017 und auch die Kompensationsmittel des Bundes für die vormals gemeinschaftlich finanzierten Hochschulbauten laufen 2019 aus. Eine dauerhafte Perspektive schafft der Gesetzesentwurf nur für die gemeinsame Finanzierung von Einrichtungen der Wissenschaft und Forschung von überregionaler Bedeutung wie beispielsweise dem KIT. Ein breites Engagement des Bundes in der Finanzierung der Lehre bleibt aber außen vor. In Anbetracht der Haushaltslage der Länder, der kommenden Schuldenbremse und der dringend benötigten hochqualifizierten Fachkräfte ist das eine zu klein geratene Reform der Reform.

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Bildungsinvestitionen der Wirtschaft 2015
Gutachten, 13. März 2017

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Die Verzahnung von beruflicher Praxis und akademischer Bildung ist ein Hauptanliegen der Unternehmen. Diese haben ihre Ausgaben für die akademische Bildung noch stärker gesteigert als ihre Aufwendungen für Forschung und Entwicklung. Das zeigt eine aktuelle Erhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft. mehr

IW-Nachricht, 26. Januar 2017

Auslandsstudium Eine europäische ErfolgsstoryArrow

Dank Bologna und Erasmus hat sich die Zahl der deutschen Studierenden im Ausland seit den 1990er Jahren mehr als verdreifacht, wie das Statistische Bundesamt heute mitteilt. Das Auslandsstudium verbessert die Jobchancen und stärkt das Interesse für Europa. Der Brexit stellt diesen Austausch jedoch teilweise in Frage. mehr

16. Dezember 2016

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Ausgerechnet dort, wo neues Wissen entsteht, steckt die Digitalisierung noch in den Kinderschuhen. Bislang verknüpft in Deutschland erst jede dritte Hochschule die klassische Präsenzlehre mit digitalen Lehr- und Lernformen. Auch die Studenten nutzen internetbasierte Medien nur selten zum gemeinsamen Lernen oder Üben. mehr auf iwd.de