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Wessen Asylantrag wird genehmigt? Pensionierte Beamte könnten helfen, die Anträge schneller zu bearbeiten. Quelle: Wolfisch – Fotolia

2015 wird als das Jahr der Flüchtlingskrise in die Annalen der Republik eingehen. In den ersten drei Quartalen wurden über 303.000 Asylanträge gestellt, darunter fast 275.000 Erstanträge. Wie viele Anträge noch nicht erfasst sind oder in diesem Jahr hinzukommen werden, dazu gibt es täglich neue Zeitungsmeldungen. Dass damit aber auch eine Überforderung logistischer Art droht, gehört zum deutschen Herbst 2015. Das gilt nicht nur für die Unterbringung und Erstversorgung der Menschen, sondern auch für die Frage, wie die Zufluchtssuchenden rasch Klarheit über ihre Perspektiven in Deutschland bekommen.

Keine Frage: Asylverfahren benötigen Zeit – zum Beispiel, wenn Zeugnisse aus den Herkunftsländern angefordert werden müssen, um personenbezogene Angaben zu klären. Diese Verzögerungen sind oftmals unvermeidbar. Das Asylverfahren sollte sich allerdings nicht aufgrund von Engpässen im Verwaltungsapparat hinziehen. Welche Mammutaufgabe hier bevorsteht, zeigt der Blick zurück: Die mehr als 43.000 Anträge allein im September 2015 entsprechen fast dem gesamten Antragsaufkommen des Jahres 2010. Selbst 2013 war die Zahl der Verfahren mit 127.000 noch vergleichsweise überschaubar.

Und doch drängt sich der Eindruck auf, dass derzeit mehr über den zweiten und dritten Schritt diskutiert wird, anstatt den ersten zu tun. Sicherlich: Wir müssen mehr denn je über das Migrations- und Asylrecht diskutieren. Richtig ist auch, Maßnahmen vorzubereiten, die bei der Integration in Gesellschaft und Arbeitsleben helfen. Aber bevor all das zum Tragen kommt, muss die Bugwelle der Asylanträge und -verfahren möglichst schnell abgearbeitet werden.

Eine wertvolle Hilfestellung böte da die freiwillige Reaktivierung pensionierter Beamter, die über das notwendige Verwaltungs-Know-how verfügen. Einige Bundesländer wie Hessen, Nordrhein-Westfalen oder Niedersachsen haben bereits Pensionäre erfolgreich aufgerufen, sich auf Zeit und gegen Honorar zur Verfügung zu stellen. Auf Bundesebene wurden bis Ende September indes nur 220 Beamte reaktiviert – dort gibt es also noch Luft nach oben. Ebenso in den meisten Bundesländern. „Die Zeit nach der Wiedervereinigung kann als Vorbild für das besondere Engagement aktiver und ehemaliger Staatsdiener in schwierigen Zeiten dienen“, sagt IW-Direktor Michael Hüther. Zudem sei es in der außergewöhnlichen Situation besser, Staatsdiener aus dem Ruhestand zu holen statt neue einzustellen.

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Arbeit für Flüchtlinge
Gastbeitrag, 22. Juni 2017

Regina Flake in der Welt Arbeit für FlüchtlingeArrow

Wenn Politik und Wirtschaft eng zusammenarbeiten und die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt gelingt, kann Deutschland vom Zuzug profitieren. Den Fachkräfteengpass wird dies aber kurzfristig kaum abmildern, schreibt IW-Ökonomin Regina Flake in einem Gastbeitrag für der Welt. mehr

22. Juni 2017

Berit Schmiedendorf 110.000 neue BundesbürgerArrow

Rund 110.000 Ausländer haben sich im Jahr 2016 in Deutschland einbürgern lassen - gut 3.000 mehr als 2015. In den Jahren 2013 und 2014 war die Zahl der neuen Bundesbürger noch zurückgegangen. mehr auf iwd.de

22. Mai 2017

Holger Schäfer Soziale Dienstleistungen boomenArrow

Der deutsche Arbeitsmarkt eilt von einem Rekord zum nächsten. In den vergangenen 20 Jahren sind 3,7 Millionen neue Jobs entstanden. Ein erheblicher Teil davon geht auf die sozialen Dienstleistungen zurück. mehr auf iwd.de