Flexible Arbeitszeiten Image
Es sollte darum gehen, den Tarifpartnern größere Spielräume zu geben, die Arbeitszeit nach den Erfordernissen im Betrieb, aber auch nach den Wünschen der Arbeitnehmer flexibel zu gestalten. Quelle: godfer – Fotolia

Das Arbeitszeitgesetz bestimmt, dass die Arbeitszeit werktäglich – das schließt den Samstag mit ein – maximal 8 Stunden betragen darf. Sie kann bei Bedarf auf 10 Stunden verlängert werden, aber nur, wenn innerhalb von 6 Monaten ein Ausgleich erfolgt. Auch die Ruhezeiten sind gesetzlich fixiert: Nach Ende der Arbeit ist eine elfstündige unterbrechungsfreie Pause Pflicht.

Die Tarifpartner dürfen teilweise Abweichendes vereinbaren – so gibt es zum Beispiel Ausnahmen für Bereitschaftsdienste, die Landwirtschaft und die Pflege. Doch über diese Ausnahmefälle hinaus sind die Vorgaben strikt. Und das, obwohl es durch die Digitalisierung und die stärkere globale Vernetzung immer wichtiger wird, Arbeitszeiten flexibler zu gestalten: Wenn Tätigkeiten mit Unternehmensstandorten, Kunden oder Lieferanten in der ganzen Welt abgestimmt werden müssen, reichen zuweilen 8 oder auch 10 Stunden nicht aus. Auch für neue Erwerbsformen wie Home Office oder Crowdworking, die ein hohes Maß an Autonomie über die eigene Arbeitszeitgestaltung mit sich bringen, erscheint das starre Korsett des Arbeitszeitgesetzes wie ein Relikt aus einem vergangenen Jahrhundert.

Das heißt allerdings nicht, dass die regelmäßige, vereinbarte Arbeitszeit per se verlängert werden soll. Die durchschnittliche tarifliche oder betriebsübliche Arbeitszeit liegt mit 38 Stunden für Vollzeitkräfte ohnehin weit unter den gesetzlich vorgegebenen Höchstgrenzen und verändert sich schon seit Jahrzehnten nur geringfügig. Vielmehr geht es darum, den Tarifpartnern größere Spielräume zu geben, die Arbeitszeit nach den Erfordernissen im Betrieb, aber auch nach den Wünschen der Arbeitnehmer flexibel zu gestalten.

Ansprechpartner

21. Juni 2017

Adam Giza Gewerkschaften unter DruckArrow

Die Arbeitnehmervertretungen kommen zunehmend unter Druck. Nicht einmal mehr jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland war 2015 Mitglied in einer Gewerkschaft. Allerdings gibt es große regionale Unterschiede. mehr auf iwd.de

Gewerkschaftsspiegel, 8. Juni 2017

Paula Hellmich / Hagen Lesch DGB-Organisationsgrad: Nordwesten stärker, Südosten schwächerArrow

Ende 2015 zählten die acht im DGB zusammengeschlossenen Einzelgewerkschaften zusammen über 6 Millionen Mitglieder. Die Hälfte davon verteilt sich auf die drei großen Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern. Am stärksten sind die DGB-Gewerkschaften jedoch im Saarland und in Bremen, am schwächsten in Mecklenburg-Vorpommern und Bayern. mehr

Gewerkschaftsspiegel, 8. Juni 2017

Adam Giza Tarifbindung: Jeder Zweite bekommt TarifentgeltArrow

Zur Schätzung des Anteils tarifgebundener Arbeitnehmer in Deutschland wurde bisher auf das IAB-Betriebspanel und die Verdienststrukturerhebung zurückgegriffen. Mit dem Sozio-oekonomischen Panel steht nun eine dritte Datenbasis zur Verfügung. Danach wurde 2015 knapp jeder zweite Arbeitnehmer nach einem Tarifvertrag bezahlt. mehr