Flexible Arbeitszeiten Image
Es sollte darum gehen, den Tarifpartnern größere Spielräume zu geben, die Arbeitszeit nach den Erfordernissen im Betrieb, aber auch nach den Wünschen der Arbeitnehmer flexibel zu gestalten. Quelle: godfer – Fotolia

Das Arbeitszeitgesetz bestimmt, dass die Arbeitszeit werktäglich – das schließt den Samstag mit ein – maximal 8 Stunden betragen darf. Sie kann bei Bedarf auf 10 Stunden verlängert werden, aber nur, wenn innerhalb von 6 Monaten ein Ausgleich erfolgt. Auch die Ruhezeiten sind gesetzlich fixiert: Nach Ende der Arbeit ist eine elfstündige unterbrechungsfreie Pause Pflicht.

Die Tarifpartner dürfen teilweise Abweichendes vereinbaren – so gibt es zum Beispiel Ausnahmen für Bereitschaftsdienste, die Landwirtschaft und die Pflege. Doch über diese Ausnahmefälle hinaus sind die Vorgaben strikt. Und das, obwohl es durch die Digitalisierung und die stärkere globale Vernetzung immer wichtiger wird, Arbeitszeiten flexibler zu gestalten: Wenn Tätigkeiten mit Unternehmensstandorten, Kunden oder Lieferanten in der ganzen Welt abgestimmt werden müssen, reichen zuweilen 8 oder auch 10 Stunden nicht aus. Auch für neue Erwerbsformen wie Home Office oder Crowdworking, die ein hohes Maß an Autonomie über die eigene Arbeitszeitgestaltung mit sich bringen, erscheint das starre Korsett des Arbeitszeitgesetzes wie ein Relikt aus einem vergangenen Jahrhundert.

Das heißt allerdings nicht, dass die regelmäßige, vereinbarte Arbeitszeit per se verlängert werden soll. Die durchschnittliche tarifliche oder betriebsübliche Arbeitszeit liegt mit 38 Stunden für Vollzeitkräfte ohnehin weit unter den gesetzlich vorgegebenen Höchstgrenzen und verändert sich schon seit Jahrzehnten nur geringfügig. Vielmehr geht es darum, den Tarifpartnern größere Spielräume zu geben, die Arbeitszeit nach den Erfordernissen im Betrieb, aber auch nach den Wünschen der Arbeitnehmer flexibel zu gestalten.

Ansprechpartner

Arndt Kirchhoff im Kölner Stadt-Anzeiger
Interview, 20. November 2017

Arndt Kirchhoff im Kölner Stadt-Anzeiger „Dreht uns nicht den Saft ab” Arrow

Arndt Kirchhoff, IW-Präsident und Chef des Autozulieferers Kirchhoff, äußert sich im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger über Energie, notwendige Investitionen in die Infrastruktur des Landes und den Tarifstreit. mehr

Freiräume ausloten für mehr Arbeitszeitflexibilität
IW-Kurzbericht, 14. November 2017

Andrea Hammermann / Oliver Stettes Freiräume ausloten für mehr ArbeitszeitflexibilitätArrow

Arbeitszeitflexibilität ist ein wichtiges Merkmal attraktiver Arbeitgeber – besonders für die junge Generation, für die Arbeit und Freizeit nicht zwangsläufig räumlich und zeitlich strikt getrennte Lebensbereiche sind. Doch die Spielräume für Arbeitgeber sind begrenzt. mehr

Oliver Stettes auf AKTIV Online
Interview, 19. Oktober 2017

Oliver Stettes auf AKTIV Online Flexibilität hilft Betrieben und BeschäftigtenArrow

Warum sind so viele unterschiedliche Arbeitszeitmodelle entstanden und profitieren davon auch die Mitarbeiter? Interview mit Ökonom Oliver Stettes vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln in der Wirtschaftszeitung AKTIV. mehr