London sperrt sich Image
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Während die Finanzmärkte Europas zu einem integrierten Finanzmarkt zusammen wachsen, handeln die Aufsichtsinstitutionen oberflächlich betrachtet weitgehend unkoordiniert. Die Europäische Kommission möchte die Zusammenarbeit der nationalen Aufsichten intensivieren und dazu neue Institutionen schaffen. Der Europäische Rat für Systemrisiken soll die Stabilität des Finanzsystems insgesamt überwachen und damit eine wichtige Lücke der Finanzaufsicht schließen.Die Institutionen des Finanzsystems und die Wertpapiermärkte werden zwar schon auf nationaler Ebene überwacht. Doch diese Kontrolle soll in Zukunft durch drei neue Institutionen – eine für Banken, eine für Versicherungen und eine für Wertpapiermärkte – koordiniert werden. Dadurch erhofft man sich einheitliche Regeln und Konsequenzen.

Eine besser koordinierte Aufsichtsarbeit ist zweifellos begrüßenswert, aber die Rechnung wird man nicht ohne London machen können, schließlich ist das der wichtigste Europäische Finanzplatz. Die Briten misstrauen bekanntlich und nicht ohne Grund der europäischen Bürokratie. Es wird deshalb noch viel Wasser die Themse, die Seine und den Rhein hinunterfließen, bis neue Institutionen für die Finanzaufsicht entstehen. Wichtiger als die Institutionen sind sowieso die inhaltlichen Regeln und die werden in Basel vorbereitet und später in nationales Recht umgesetzt.

Veranstaltung
Veranstaltung, 23. November 2017

20. Finanzmarkt Round-Table Der Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik – Erlösung oder neuer Schock?Arrow

Während die einen ein schnelles Ende des Niedrigzinses herbeisehnen, befürchten andere einen neuen Schock mit Rückwirkungen auf die Stabilität der Finanzmärkte. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln, die DekaBank und die Börsen-Zeitung laden ein zum 20. Finanzmarkt Round-Table in Frankfurt am Main. mehr

Markus Demary in LSE Business Review
Gastbeitrag, 20. September 2017

Markus Demary in LSE Business Review The US should not roll back financial regulation Arrow

The Dodd-Frank Act is not perfect, but it's a framework that can mitigate systemic risks, writes Markus Demary, senior economist in the research unit financial and real estate markets at the Cologne Institute for Economic Research (Institut der deutschen Wirtschaft Köln). mehr

EZB: Geldpolitik braucht klare Grenzen
IW-Nachricht, 15. August 2017

Markus Demary EZB: Geldpolitik braucht klare GrenzenArrow

Zu Recht hat das Bundesverfassungsgericht heute Zweifel an der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank geäußert und den Europäischen Gerichtshof erneut um Prüfung gebeten. Diesmal geht es um das Public Sector Purchase Program (PSPP), in dessen Rahmen die EZB bereits Anleihen im Wert von 1,6 Billionen Euro erworben hat. Die Grenzen der Wertpapierkäufe müssen dringend konkretisiert werden. mehr