Finanzaufsicht in Europa Image
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Eine Schwäche der Aufsicht in der Finanzkrise war die mangelnde internationale Koordinierung der zuständigen Institutionen. Schon vor der Krise haben die Behörden zwar zusammen gearbeitet, allerdings hatte dies einen eher informellen und hauptsächlich beratenden Charakter. Die jetzt zu schaffenden Institutionen sollen mehr Kompetenzen bekommen: Sie dürfen selbst Vorschläge für technische Standards entwickeln, so dass sich das Aufsichtrecht einheitlich besser umsetzen lässt. Sie sollen ferner Meinungsverschiedenheiten beilegen und im Krisenfall – der typischerweise eine internationale Dimension haben wird – koordinieren.

Die beiden Institutionen ESRS und ESFS sollen arbeitsteilig vorgehen: Bei der Mikroaufsicht durch die ESFS geht es um die Beaufsichtigung der einzelnen Finanzinstitutionen (bspw. Banken, Versicherungen etc.) und Wertpapiermärkte. Der Ausschuss für Systemrisiken (ESRS) widmet sich Fehlentwicklungen, die beim Blick auf einzelnen Institutionen zunächst unbedenklich scheinen, die aber problematisch sind, wenn sie von vielen Banken synchron umgesetzt werden. Wenn beispielsweise eine Bank zu riskante Wertpapiere verkauft, dann ist das für sich genommen nicht unlogisch; es ist aber verheerend, wenn es alle gleichzeitig machen: Die Preise fallen dann ins Bodenlose oder der Markt friert ganz ein. Gerade die Blindheit gegenüber den Systemrisiken wurde zuletzt als Schwäche erkannt.

Veranstaltung
Veranstaltung, 23. November 2017

20. Finanzmarkt Round-Table Der Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik – Erlösung oder neuer Schock?Arrow

Während die einen ein schnelles Ende des Niedrigzinses herbeisehnen, befürchten andere einen neuen Schock mit Rückwirkungen auf die Stabilität der Finanzmärkte. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln, die DekaBank und die Börsen-Zeitung laden ein zum 20. Finanzmarkt Round-Table in Frankfurt am Main. mehr

Markus Demary in LSE Business Review
Gastbeitrag, 20. September 2017

Markus Demary in LSE Business Review The US should not roll back financial regulation Arrow

The Dodd-Frank Act is not perfect, but it's a framework that can mitigate systemic risks, writes Markus Demary, senior economist in the research unit financial and real estate markets at the Cologne Institute for Economic Research (Institut der deutschen Wirtschaft Köln). mehr

EZB: Geldpolitik braucht klare Grenzen
IW-Nachricht, 15. August 2017

Markus Demary EZB: Geldpolitik braucht klare GrenzenArrow

Zu Recht hat das Bundesverfassungsgericht heute Zweifel an der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank geäußert und den Europäischen Gerichtshof erneut um Prüfung gebeten. Diesmal geht es um das Public Sector Purchase Program (PSPP), in dessen Rahmen die EZB bereits Anleihen im Wert von 1,6 Billionen Euro erworben hat. Die Grenzen der Wertpapierkäufe müssen dringend konkretisiert werden. mehr