Familienpolitik Image
Quelle: nadezhda 1906 – Fotolia

Im Auftrag der Bundesregierung haben mehrere Wirtschaftsforschungsinstitute die ehe- und familienpolitischen Leistungen überprüft. Die Evaluation ergab, dass Familien hierzulande stark von Betreuungsangeboten profitieren. Denn sie verbessern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, stärken so das Familieneinkommen und die wirtschaftliche Stabilität der Familien, wirken sich positiv auf die Entwicklung der Kinder aus und erleichtern die Entscheidung für Kinder. Andere ehe- und familienpolitischen Förderprogramme, wie das Kindergeld und das Ehegattensplitting, sehen die Forscher hingegen kritisch.

Auch das IW Köln ist in mehreren Untersuchungen zu dem Schluss gekommen, dass die Betreuungsinfrastruktur der entscheidende Faktor für eine gelungene Familienpolitik ist. Einzelne monetäre Leistungen könnten hingegen zurückgefahren werden; insbesondere sollte das Betreuungsgeld wieder abgeschafft werden.

Der bundesweite Ausbau der Betreuungsinfrastruktur in den vergangenen Jahren ist mit Blick auf die Evaluationsergebnisse also ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings stellt sich die Lage in den einzelnen Städten und Gemeinden sehr unterschiedlich dar: Während im März 2013 in Sachsen-Anhalt rund 58 Prozent der unter Dreijährigen in einer Betreuungseinrichtung oder staatlich geförderten Tagespflege betreut wurden, waren es in Nordrhein-Westfalen nur 20 Prozent. Auch die Qualifikationen des Betreuungspersonals und die Gebühren unterscheiden sich deutlich – einer Leserumfrage der Zeit zufolge lagen die monatlichen Kitagebühren in Berlin im Schnitt bei 148 Euro und in Bayern bei 439 Euro.

Hauptgrund für diese großen Unterschiede ist, dass in Deutschland die Kommunen für die Betreuungsinfrastruktur zuständig sind und ihre Ausgestaltung häufig von der kommunalen Haushaltslage abhängt. Im Sinne der Chancengleichheit wären bundesweite Standards mit Blick auf die angebotenen Betreuungszeiten, die Höhe der Elternbeiträge und die Qualität der Betreuung wünschenswert. Generell sollte der Ausbau öffentlicher und öffentlich geförderter Betreuungsangebote in Deutschland sowohl quantitativ als auch qualitativ weiter forciert werden.

Ansprechpartner

Mütter kehren früher in den Job zurück
IW-Kurzbericht, 23. Juni 2017

Wido Geis Mütter kehren früher in den Job zurückArrow

Zwischen 2006 und 2014 ist der Anteil der Mütter, die im zweiten Lebensjahr des Kindes arbeiten, von 34,6 Prozent auf 42,8 Prozent gestiegen, während der Anteil der im ersten Lebensjahr arbeitenden Mütter von 22,5 Prozent auf 8,5 Prozent gesunken ist. Damit hat das Elterngeld sein Ziel erreicht. mehr

Mehr Kitaplätze? Ja, aber nicht zulasten der Qualität!
Gastbeitrag, 8. Juni 2017

Wido Geis auf xing.com Mehr Kitaplätze? Ja, aber nicht zulasten der Qualität!Arrow

Auch nach Inkrafttreten des gesetzlichen Anspruchs auf Kinderbetreuung für Einjährige stehen Eltern oft ohne Kita-Platz da. Einer Studie zufolge fehlen 300.000 Plätze – und der Bedarf steigt weiter. Ein Gastbeitrag von IW-Ökonom Wido Geis auf xing.com. mehr

7. Juni 2017

Kommentar von Ulrike Detmers „Wir sind noch nicht auf der Zielgeraden“Arrow

Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist zwar vorangekommen, aber noch lange nicht erreicht. Dieses Fazit zieht Ulrike Detmers, Mitglied der Geschäftsführung und Gesellschafterin der Mestemacher-Gruppe. Im iwd-Kommentar benennt die BWL-Professorin fünf notwendige Prämissen, die Frauen den Weg ins Topmanagement ebnen. mehr auf iwd.de