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Das IAB bezieht sich bei der Einschätzung auf Befragungen, die zeigen, dass sich Unternehmen eher durch fehlende Aufträge als durch fehlende Fachkräfte in ihrem Wachstum behindert sehen. Einen Fachkräfteengpass gebe es vielmehr in den Gesundheitsberufen.

Ein Blick in die Statistik zeigt jedoch, dass neben den Stellen in Gesundheitsberufen es Jobs für MINT-Fachkräfte sind, die am Arbeitsmarkt am längsten unbesetzt bleiben, weil sich keine geeigneten Bewerber finden. Auch die Relation von gemeldeten offenen Stellen zu Arbeitslosen zeigt nach Auswertungen der Bundesagentur für Arbeit sowohl für Gesundheits- als auch MINT-Berufe eine große Lücke. Auch die Einstiegslöhne von Hochschulabsolventen der technischen Fächer sind nach Untersuchungen des Hochschulinformationssystems (HIS) in den vergangenen Jahren besonders stark gestiegen.

Und auch die volkswirtschaftliche Literatur besagt folgendes: Volkswirtschaften haben ihr langfristiges Wohlergehen vor allem der Verfügbarkeit von gut ausgebildeten Arbeitskräften und dem technischen Fortschritt zu verdanken. Die langfristigen Auswirkungen zusätzlicher Hochqualifizierter auf Innovation und Wachstum und damit auf die Wertschöpfung sind zudem wesentlich größer, als die meisten Berechnungen zu kurzfristigen Wertschöpfungsverlusten ergeben.

Denn unabhängig vom Auf und Ab der Konjunktur und damit der Nachfrage gilt: Fehlen Fachkräfte, schränkt das die Expansionspläne der Unternehmen ein. Die Konjunkturpolitik mag in wirtschaftlich schlechten Zeiten milliardenschwere Hilfsprogramme auflegen, um die Nachfrage und damit das Wachstum der Unternehmen wieder in Gang zu bringen – doch selten wirken solche Maßnahmen genau dort, wo sie gebraucht werden. Besser sind Investitionen in die frühkindliche Bildung und zusätzliche Hochschulkapazitäten, wie auch schon der Sachverständigenrat mit einem Verweis auf Studien des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln in seinem Gutachten 2008/2009 betont hat.

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