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Die Exzellenzinitiative fördert unter anderem die TU München. Auch in Zukunft sollte sich die Förderung auf die Spitzenforschung fokussieren. Foto: Wallix/iStock

„Den Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig zu stärken, seine internationale Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und Spitzen im Universitäts- und Wissenschaftsbereich sichtbarer zu machen“ – das sind die zwischen Bund und Ländern vereinbarten Ziele, mit denen die Exzellenzinitiative 2005 startete. Mit rund 4,6 Milliarden Euro für den Zeitraum von 2006 bis 2017 wurde seitdem viel erreicht, obgleich diese Summe nur drei Prozent der Ausgaben für die Hochschulforschung ausmacht: Deutsche Universitäten konnten sich in internationalen Rankings besser behaupten, deutlich mehr internationale Forscher sind ins Land gekommen und die Zahl von Publikationen in international renommierten Fachzeitschriften ist gestiegen. Nach jahrzehntelangem Nebeneinander hat sich die Kooperation von Universitäten mit anderen Forschungseinrichtungen wie den renommierten Max-Planck-Instituten intensiviert. Auch für die Zusammenarbeit mit forschungsstarken Unternehmen wurden neue strategische Konzepte entwickelt.

Kein Wunder also, dass der Evaluierungsbericht die Initiative lobt. Gleichwohl haben Imboden und Co. Recht, wenn sie betonen, dass die Exzellenzinitiative ihre positiven Resultate und ihre internationale Sichtbarkeit der klaren Fokussierung auf Spitzenforschung verdankt. Dieser Ansatz sollte weiter verfolgt und nicht durch weitere Themen oder Schwerpunkte verwässert werden – im Juni wird über die dritte Exzellenzrunde von 2018 bis 2028 entschieden. Natürlich sind auch andere Themen wie die Förderung von Lehre, der Wissenstransfer, die regionale Vernetzung sowie anwendungsorientierte Forschung wichtig. Doch für diese Anliegen gibt es bereits eigene Wettbewerbe oder sie würden die Exzellenzinitiative von ihrem eigentlichen Ziel abbringen.

Ein Manko der Exzellenzinitiative sollte für die dritte Förderrunde allerdings angegangen werden: Anders als im Pakt für Forschung und Innovation gibt es bislang keinen jährlichen Budgetzuwachs für die geförderten Einrichtungen. Das ist ein klarer Nachteil für die exzellenten Universitäten, die ja nicht nur ihren eigenen wissenschaftlichen Nachwuchs, sondern auch den der außeruniversitären Einrichtungen ausbilden.

Ansprechpartner

Gutachten, 26. Oktober 2017

Paula Risius / Lydia Malin / Regina Flake Ausbildung oder Studium? Arrow

Unternehmen können immer mehr Ausbildungsstellen nicht besetzen. Dies birgt die Gefahr, dass gerade kleine und mittlere Unternehmen mittelfristig ihre Ausbildungsaktivitäten zurückfahren, was gravierende Auswirkungen auf die Fachkräftesituation auf dem Arbeitsmarkt hätte. mehr

IW-Trends, 26. Oktober 2017

Regina Flake / Lydia Malin / Paula Risius Bildungsentscheidung von Abiturienten für Ausbildung oder StudiumArrow

Der Anteil der Abiturienten unter den Schulabgängern steigt seit vielen Jahren an. Inzwischen erwirbt mehr als die Hälfte eines Jahrgangs die Hochschulzugangsberechtigung und die Anzahl der Studienanfänger hat sich in den letzten 15 Jahren verdoppelt. Gleichzeitig brechen 29 Prozent ihr Studium vorzeitig ab. Das zeigt, dass die Entscheidung für ein Studium nicht für alle Studienanfänger optimal ist. mehr

IW-DREF-Studentenwohnpreisindex
Gutachten, 2. Oktober 2017

Philipp Deschermeier / Björn Seipelt / Michael Voigtländer StudentenwohnpreisindexArrow

Die stetige Zunahme der Studentenzahlen sowie der Zuzug anderer Bevölkerungsgruppen aus dem In- und Ausland haben zu einer deutlichen Verschärfung der Situation am Wohnungsmarkt geführt. Die Folge sind teils rasant steigende Wohnkostenbelastungen, wie der neue Studentenwohnpreisindex des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und der Deutschen Real Estate Funds in Kooperation mit ImmobilienScout24 zeigt. mehr