Exzellenzinitiative Image
Die Humboldt-Universität zu Berlin erhielt ihren Exzellenzstatus 2012. Für die dauerhafte Förderung wird sich die Hochschule wohl gemeinsam mit der FU und der TU Berlin bewerben. Foto: edella/iStock

Einen „beispielslosen Dynamisierungsschub“ habe die Exzellenzinitiative im reformmüden deutschen Hochschulsystem ausgelöst: Das schreiben der Wissenschaftsrat und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in ihrem Faktenbericht, auf dessen Grundlage die Kommission um den Schweizer Umweltphysiker Imboden die Initiative beurteilt hat.

Schon die Teilnahme am Bewerbungsverfahren zur Exzellenzuni habe demnach dazu beigetragen, eine positive Dynamik zu entfalten – auch bei jenen Hochschulen, die letztendlich nicht ausgewählt wurden. Das Ringen um die geforderten Zukunftskonzepte brachte laut DFG und Wissenschaftsrat die Hochschulen dazu, ihre Strategiefähigkeit zu verbessern. Außerdem kam die interne Kommunikation in Schwung und mit viel Kreativität machten sich die Unis Gedanken um ihr Profil.

Doch trotz all dieser positiven Effekte soll der strategische Blick in die Zukunft künftig nicht mehr entscheidend sein: Bund und Länder wollen ab 2019 acht bis elf Unis dauerhaft fördern. Eine zweite Chance für die übrigen Hochschulen, jemals den Status eine Exzellenzuniversität zu erlangen, ist nach dem vorliegenden Konzept nicht in Sicht. Bei der Förderzusage soll zwar auch ein Zukunftskonzept mitentscheiden, gleichzeitig sollen aber Forschungsleistungen der Vergangenheit einfließen – der Wissenschaftsrat soll dazu Kriterien entwickeln. Nach sieben Jahren sollen die Leistungen der Exzellenzunis dann erneut geprüft werden.

Die Entscheidung für diese „Exzellenz auf Dauer“ birgt zwei gewichtige Gefahren: Erstens einen Zuwachs an Evaluierungsbürokratie und zweitens einen Dämpfer für die Reformdynamik, vor allem an all den Hochschulen, die keine zweite Chance auf den Status Exzellenzuni mehr bekommen sollen.

Die Imboden-Kommission verteidigt ihre Empfehlung für das statische Exzellenzkonzept damit, dass in ihren Augen Zukunftskonzepte keinen Sinn machen, wenn die Unis ihre Zukunft alle paar Jahre neu erfinden müssen. Doch dieses Argument verfängt nicht: Die Zukunft immer wieder neu zu erfinden, ist genau das, was eine dynamische Wirtschaft und eine dynamische Gesellschaft brauchen.

Ansprechpartner

Themen

12. Juni 2017

Christiane Konegen-Grenier Erasmus: Ein Ticket für neun Millionen Menschen Arrow

Das europäische Erasmus-Programm, das in diesem Juni seinen 30. Geburtstag feiert, hat zunächst nur Studenten finanziell unterstützt, die ein Auslandssemester absolvieren wollten. Mittlerweile fördert das zu Erasmus+ umgetaufte Projekt nicht nur einen deutlich größeren Personenkreis, sondern umfasst auch sämtliche Bildungsbereiche. Allein 2015 investierte Brüssel dafür mehr als 2,1 Milliarden Euro. mehr auf iwd.de

Pressemitteilung, 11. April 2017

Studentenwohnungen Deutschland baut zu wenig – und falschArrow

Für Studenten wird es in Deutschland immer schwieriger, bezahlbare Wohnungen zu finden. Das zeigt der Studentenwohnpreisindex des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und der Deutschen Real Estate Funds (DREF) in Kooperation mit ImmobilienScout24. Die Mieten steigen rasant, weil zu wenige passende Wohnungen gebaut werden. mehr

5. April 2017

Bildung Der Trend geht zum AkademikerArrow

Schon seit Jahrzehnten gibt es in Deutschland einen Trend zu höheren Bildungsabschlüssen. Durch die Flüchtlingsmigration steigt zwar derzeit der Anteil der Geringqualifizierten, doch in den kommenden Jahren dürften viele Flüchtlingskinder ein höheres Bildungsniveau als ihre Eltern erreichen. mehr auf iwd.de