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Um knapp 19 Prozent sind die deutschen Warenexporte in die USA 2015 nominal im Vergleich zum Vorjahr gestiegen - damit sind die USA Deutschlands neuer Exportliebling. Foto: Janine Lamontagne/iStock

Der Globalisierungsprozess macht es möglich: Über den Außenhandel konnte Deutschland an der wirtschaftlichen Erholung in den USA teilhaben. Um knapp 19 Prozent sind die deutschen Warenexporte in die USA 2015 nominal im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Waren im Wert von 114 Milliarden Euro haben deutsche Unternehmen im vergangenen Jahr in den USA abgesetzt. Frankreich als Exportziel Nummer eins ist für die deutsche Wirtschaft somit Geschichte – mittlerweile fließen 9,5 Prozent der deutschen Exporte in die USA, Frankreich bleibt mit 8,6 Prozent auf Platz zwei. Viele Branchen konnten von der konjunkturellen Erholung in den USA besonders stark profitieren. So nahmen die Exporte von Kraftwagen und Kraftwagenteilen dorthin um knapp 23 Prozent zu, die Exporte von Pharmazeutischen Produkten konnten sogar ein Wachstum von über 28 Prozent verzeichnen.

Die dynamische Entwicklung des Exportgeschäfts in die USA kam in einer Zeit, in der die Weltwirtschaft insgesamt auf wackeligen Beinen steht. Der Anstieg konnte die Schwäche anderer deutscher Exportzielmärkte wettmachen – große Schwellenländer wie China bereiten den deutschen Unternehmen aktuell Sorgen. Doch der Anstieg der Warenexporte in die USA fiel 2015 aber mehr als dreimal höher als der Rückgang der Exporte nach China aus.

Das geplante Freihandelsabkommen mit den USA dürfte dazu führen, dass die Wachstumsdynamik im transatlantischen Handel weiter zunimmt. Wie stark der Effekt auf die deutschen Exporte sein wird, hängt aber entscheidend davon ab, wie umfangreich die mit TTIP geplante Handelsliberalisierung letztlich ausfällt. Es gilt: Die Verhandlungsführer sollten durchaus aufs Tempo drücken, doch nach wie vor muss Qualität vor Geschwindigkeit kommen. Ziel muss es sein, größtmöglichen Fortschritt bei der Handelsliberalisierung zu erreichen, ohne dabei Abstriche etwa in Sachen Verbraucher- oder Umweltschutz zu machen.

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Free Trade between Europe and Japan – hope for global prosperity
Gastbeitrag, 20. Juni 2017

Hubertus Bardt on KKC International Platform Free Trade between Europe and Japan – hope for global prosperityArrow

In an environment with growing protectionism and the danger of economic disintegration and shocks for the global trade policy system, a free trade agreement between Japan and Europe could set a positive example. Progress in the negotiations are necessary to foster growth and prosperity and to send a message to other countries, that modern market economies rely on good trade relations. mehr

IWF-Kritik: Suche nach einer Geschichte
Gastbeitrag, 19. Juni 2017

Michael Hüther im Wirtschaftsdienst IWF-Kritik: Suche nach einer GeschichteArrow

Folgt man der Berichterstattung, dann muss man den Eindruck gewinnen, der Internationale Währungsfonds (IWF) habe sich in seinem Deutschland-Bericht (Artikel IV Konsultationen) vom Mai 2017 ausschließlich mit dem Leistungsbilanzüberschuss beschäftigt, um daraus die Empfehlung höherer staatlicher Kreditaufnahme abzuleiten. mehr

Kein Grund zur Panik
Gastbeitrag, 8. Juni 2017

Christian Rusche auf n-tv.de Kein Grund zur PanikArrow

Unsichere Zeiten für die deutsche Wirtschaft. Mit den USA und Großbritannien wandeln sich gleich zwei Handelspartner zu Wackelkandidaten. Auf der Suche nach neuen Beziehungen richtet sich der Blick nach China. Ein Gastbeitrag von Christian Rusche, Wissenschaftler im Institut der deutschen Wirtschaft Köln. mehr