Europäischer Währungsfonds Image
Quelle: Fotolia

Der EWF wäre eine europäische Institution, bei der die gleichen Staaten am Steuer sitzen wie beim Stabilitäts- und Wachstumspakt. Dieser Pakt war bisher wenig glaubwürdig mit seinen Drohungen und Sanktionen gegen Mitgliedsstaaten, die ihre Finanzen nicht geordnet bekamen. Ein Europäischer Währungsfonds wäre kaum besser – auch, weil andere potenzielle Krisenländer im Fonds mitentscheiden würden und fürchten müssten, eines Tages selbst an die Kandare genommen zu werden.

Darüber hinaus müsste der EWF Reformen gegen vermutlich starke politische Widerstände im Krisenland durchsetzen. Allzu schnell könnte sich der Volkszorn dort gegen den EWF und damit die EU richten. Damit stünde die europäische Einheit auf der Kippe. Letztlich würde der EWF wohl einknicken und Finanzhilfen vergeben, ohne sie an ausreichend strikte Reformauflagen zu binden. Die Staaten hätten somit kaum einen Anreiz, im Vorfeld die öffentlichen Haushalte in Ordnung zu halten.

Nicht zuletzt ist zu bedenken: Ein Europäischer Währungsfonds entsteht nicht von heute auf morgen. Möglicherweise wären sogar Änderungen des EU-Vertrages nötig, was erfahrungsgemäß sehr lange dauert – nicht nur für das momentan strauchelnde Griechenland zu lange. Zudem ist die Frage noch offen, wie der EWF finanziert werden soll, weil zur Rettung eines Landes dreistellige Milliardensummen zur Verfügung stehen müssten.

Eine bessere Lösung wäre, gleich auf den Internationalen Währungsfonds zurückzugreifen. Hier sind Expertise, hohe Finanzkraft und Glaubwürdigkeit zugleich zu haben – und die politischen Widerstände würden sich gegen „Washington“ richten und nicht gegen Brüssel oder Berlin.

IW-Report
IW-Report, 18. September 2017

Daniel Bendel / Markus Demary / Michael Voigtländer How do higher interest rates impact companies’ financial situation?Arrow

Companies’ access to finance has an important impact on their profitability and growth prospects. Without external financing, most firms are not able to invest, which is a prerequisite for economic growth. Unlike in the US, which has a capital market-based financial system, banks are the dominant lenders for firms in the Eurozone. mehr

14. September 2017

Interview mit Markus J. Beyrer „Die Freiheiten in der EU fallen nicht von den Bäumen“Arrow

Die künftige Bundesregierung muss die Fahne des Freihandels hochhalten und sollte den vorhandenen finanziellen Spielraum für mehr Investitionen nutzen, sagt Markus J. Beyrer im iwd-Interview. Der Österreicher ist Generaldirektor der europäischen Vereinigung der Industrie- und Arbeitgeberverbände BusinessEurope, zu dessen Mitgliedern die deutschen Organisationen BDA und BDI gehören. mehr auf iwd.de

Cybersicherheit
IW-Nachricht, 13. September 2017

Barbara Engels Cybersicherheit: Überfällige AnpassungenArrow

Die wirtschaftlichen Schäden durch Cyberattacken haben sich in den vergangenen vier Jahren verfünffacht. Inzwischen vergeht keine Woche mehr, in der nicht ein prominentes Unternehmen gehackt wird. Die Europäische Kommission reagiert jetzt mit einer Neuauflage ihrer Cybersicherheitsstrategie – ein dringend nötiger Schritt. mehr