Europäischer Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit Image
Quelle: Fotolia

„Wenn wir in Deutschland dem Arbeits- und Fachkräftemangel entgegenwirken wollen, ist eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf die Schlüsselstrategie im Wettbewerb um die besten Köpfe. Dass das auch die Unternehmen begriffen haben, zeigt der Europäische Unternehmensmonitor: Das Hauptmotiv der deutschen Unternehmen zur Einführung familienfreundlicher Angebote ist, die eigene Attraktivität für Fachkräfte zu steigern“, betont Dr. Hermann Kues, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Für Dr. Hans-Peter Klös, Geschäftsführer des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, steht fest: „Dass in Deutschland zwei Drittel der Unternehmen aus eigenem Antrieb familienfreundliche Maßnahmen einführen, belegt: Die Betriebe halten trotz wirtschaftlich wechselhafter Zeiten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für sehr wichtig, um für Bewerber und Mitarbeiter attraktiv zu sein.“

„Nur wenn es gelingt, eine win-win-Situation für Unternehmen und Mitarbeiter zu schaffen, können die Herausforderungen einer älter werdenden Gesellschaft gemeistert werden. Die Studie zeigt: Durch die gemeinsame Anstrengung aller Beteiligten aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik wird die Förderung einer familienfreundlichen Arbeitswelt möglich“, so Dr. Ingrid Hamm, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung.

Trotz der Wirtschaftskrise betrachten mehr als acht von zehn europäischen Unternehmen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als wichtig oder eher wichtig für sich und ihre Beschäftigten. Das Engagement schwedischer und britischer Unternehmen für eine familienfreundliche Arbeitswelt ist dabei besonders hoch, gefolgt vom Engagement deutscher Unternehmen. In Frankreich, Polen und Italien ist das Engagement der Geschäftsleitungen schwächer ausgeprägt.

Weitere Ergebnisse des Europäischen Unternehmensmonitors:

• Die Flexibilisierung der Arbeitszeiten und der Arbeitsorganisation ist in allen sechs Ländern das bevorzugte Instrument der Geschäftsleitungen, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Teilzeitbeschäftigung, flexible Tages- und Wochenarbeitszeiten und individuell ausgehandelte Arbeitszeiten stehen dabei in allen Untersuchungsländern im Vordergrund.

• Mit Ausnahme von Deutschland ist die Erfüllung gesetzlicher oder tarifvertraglicher Vorgaben der wichtigste Beweggrund für die Geschäftsleitungen familienfreundliche Maßnahmen einzuführen. In Deutschland sind die Hauptmotive die Erhöhung der Arbeitszufriedenheit und die Aussicht auf eine Steigerung der Attraktivität des Unternehmens für Arbeitskräfte, gefolgt von der Hoffnung auf Produktivitätszuwächse. Diese drei Motive spielen auch in den anderen fünf untersuchten Ländern eine große Rolle.

• Eine umfangreiche Förderung berufstätiger Eltern vor, während und nach der Elternzeit ist in schwedischen und britischen sowie in deutschen Unternehmen zu beobachten.

Der Europäische Unternehmensmonitor wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Robert Bosch Stiftung vom Institut der deutschen Wirtschaft von Ende Oktober bis Anfang Dezember 2009 durchgeführt. Er liefert erstmals vergleichbare Daten zur Verbreitung familienfreundlicher Maßnahmen in europäischen Unternehmen.

Broschüre

Europäischer Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit

IconDownload | PDF

Pressemitteilung

Europäische Unternehmen messen Familienfreundlichkeit auch in Krisenzeiten hohe Bedeutung zu

IconDownload | PDF

Mütter kehren früher in den Job zurück
IW-Kurzbericht, 23. Juni 2017

Wido Geis Mütter kehren früher in den Job zurückArrow

Zwischen 2006 und 2014 ist der Anteil der Mütter, die im zweiten Lebensjahr des Kindes arbeiten, von 34,6 Prozent auf 42,8 Prozent gestiegen, während der Anteil der im ersten Lebensjahr arbeitenden Mütter von 22,5 Prozent auf 8,5 Prozent gesunken ist. Damit hat das Elterngeld sein Ziel erreicht. mehr

Free Trade between Europe and Japan – hope for global prosperity
Gastbeitrag, 20. Juni 2017

Hubertus Bardt on KKC International Platform Free Trade between Europe and Japan – hope for global prosperityArrow

In an environment with growing protectionism and the danger of economic disintegration and shocks for the global trade policy system, a free trade agreement between Japan and Europe could set a positive example. Progress in the negotiations are necessary to foster growth and prosperity and to send a message to other countries, that modern market economies rely on good trade relations. mehr

20. Juni 2017

Interview mit Tobias Paulun „Mit einem liquiden Markt sollte man nicht spielen“Arrow

Damit die EU eines Tages eine Energieunion mit grenzüberschreitendem Handel und einer gemeinsamen Energiepolitik wird, hat die EU-Kommission in ihrem neuen „Strommarktdesign“ unter anderem vorgeschlagen, die Preiszonen im Strommarkt neu zu definieren. Was die European Energy Exchange (EEX) davon hält, erläutert Tobias Paulun, Mitglied des EEX-Vorstands, im iwd. Zunächst aber erklärt er, was die Energiebörse in Leipzig überhaupt macht. mehr auf iwd.de