Italienische Sorgen Image
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Zwei Rating-Agenturen haben vor kurzem gewarnt, dass sie die Bonitätsbewertung Italiens möglicherweise bald herabstufen würden. Um dagegenzuhalten, hatte der italienische Finanzmister erst vor einer guten Woche ein neues Sparpaket verkündet. Doch der italienische Ministerpräsident Berlusconi stand nicht voll hinter seinem Minister. In normalen Zeiten würde man dies als politisches Geplänkel abtun. Doch momentan sind die Finanzmärkte extrem nervös. Gerüchte über spekulative Attacken von US-Hedgefonds auf Italien heizen die Sorge der Anleger noch an. Daher halten sich Investoren beim Kauf von italienischen Staatsanleihen immer mehr zurück. Die Folge: Die Kurse der Papiere sinken und die Zinsen steigen in bedrohlichem Tempo.

Bei aller Sorge darf jedoch nicht vergessen werden, dass Italien wirtschaftlich besser dasteht als die anderen Sorgenkinder Griechenland und Portugal. Zwar ist der staatliche Schuldenstand mit rund 120 Prozent der Wirtschaftsleistung hoch. Doch das staatliche Haushaltsdefizit liegt „nur“ bei rund 4 Prozent der Wirtschaftsleistung. Das Land hat in der Krise nicht wie viele andere Staaten teure Konjunkturpakete geschnürt, sondern von Anfang an einen konsequenten Konsolidierungskurs beschritten. Die EU-Kommission hat Italien jüngst sogar gelobt, weil das Land schneller sparen will, als die EU es vorgibt.

Für dieses Jahr hat die OECD zudem ein BIP-Wachstum von 1,1 Prozent, für 2012 von 1,6 Prozent prognostiziert. Die Arbeitslosenquote beträgt lediglich rund 8,5 Prozent. Auch die Exporte entwickeln sich recht günstig. Darüber hinaus sparen die Italiener vergleichsweise viel, sodass sich das Land wesentlich weniger als Griechenland und Portugal im Ausland verschulden musste. Schließlich gelten auch die italienischen Banken als relativ gesund.

Die italienische Regierung muss nun drei Dinge tun: das neue Sparpaket schnell und konsequent verabschieden, weitere Strukturreformen in Gang setzen, um neues Wachstumspotenzial zu schaffen und – vor allem – tunlichst weitere politische Irritationen vermeiden.

Pressemitteilung, 24. August 2017

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